ErtragswerkeRechner →
Wissen

Depot aufbauen: welche Bausteine — und in welcher Hülle?

Die meisten fangen beim Broker an und vergleichen Ordergebühren. Das ist der letzte Schritt, nicht der erste — und er entscheidet über Cent, während zwei Stufen davor über Zehntausende entschieden wird.

Ein Depot aufzubauen heißt, drei Fragen in der richtigen Reihenfolge zu beantworten: Wofür ist das Geld da, aus welchen Bausteinen besteht das Depot — und in welcher steuerlichen Hülle liegt es? Erst danach lohnt der Blick auf Gebühren.

Die dritte Frage ist die, die am seltensten gestellt wird und am meisten bewegt. Dasselbe Wertpapier, dieselbe Rendite, dieselbe Haltedauer führen zu sehr unterschiedlichen Endergebnissen — je nachdem, ob es privat, in einer Gesellschaft oder in einem geförderten Vorsorgevertrag liegt. Wir nennen das Asset Location: nicht was du kaufst, sondern wo es liegt.

Altersvorsorgedepot

Wo liegt was?

3

Privat, in der GmbH oder in der Holding — der Ort entscheidet über das Ergebnis nach Steuern.

Asset Location: Was gehört privat, was in die GmbH?
Das Ertragswerke-Modell der Asset Location beschreibt die systematische Entscheidung, welche Vermögenswerte in welcher rechtlichen und steuerlichen Hülle gehalten werden — privat, in einer GmbH, in einer Holding oder in Vorsorgestrukturen.
weiterlesen →
Asset Location: Ab welchem Vermögen sich die Trennung lohnt
Der Unterschied zwischen 0,12 % und 0,22 % TER beträgt bei 200.000 € genau 200 € im Jahr. Der Unterschied zwischen richtiger und falscher Asset Location kann dasselbe Vermögen Tausende Euro pro Jahr kosten oder einsparen. Ab einer gewissen Größe ist die Architektur wichtiger als das Produkt.
weiterlesen →
Depot privat oder über die GmbH? Strategien im Vergleich
Privat zahlst du auf Kapitalerträge pauschal Abgeltungsteuer. In der Kapitalgesellschaft hängt alles davon ab, welche Art von Ertrag anfällt — und genau daraus entstehen die Unterschiede.
weiterlesen →

Aktien, ETFs & Fonds

3

Der grosse Baustein: Einzelwerte, Indexfonds und warum aktive Fonds meist zurueckbleiben.

Warum die meisten aktiven Fonds den Index nicht schlagen
Nicht, weil Fondsmanager schlecht sind, sondern weil das System gegen sie arbeitet. Eine unausweichliche Rechenregel, die Struktur des Index selbst, die Diversifikationsvorschriften, das Karriererisiko und die Kosten ziehen den Durchschnitt zwingend nach unten.
weiterlesen →
ETF auswählen: TER, Replikation, Fondsgröße & Ausschüttung
Auf den Index, die Kosten, die Replikationsart und die Ertragsverwendung – Größe und Alter des Fonds sind ein guter Zusatzfilter.
weiterlesen →
Aktien, ETFs oder Immobilien — welche Aufgabe welches Asset wirklich erfüllt
Historische Renditen sagen, was in der Vergangenheit war — nicht welches Asset zur individuellen Vermögensarchitektur passt. Liquidität, Hebelbarkeit, Steuer, Aufwand und Kontrolle sind mindestens genauso wichtig wie die Durchschnittsrendite.
weiterlesen →

Anleihen

4

Der Stabilitaetsanteil: Mechanik, Rolle im Depot und der Kauf in der Praxis.

Sichere Zinsen oder Aktienrisiko? Ab wann sich das Risiko nicht mehr lohnt
Als risikofreier Zins gilt in der Praxis die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen — nicht weil ein Ausfall unmöglich wäre, sondern weil er als so unwahrscheinlich gilt, dass der Markt ihn kaum bepreist.
weiterlesen →
Anleihen verstehen: Kupon, Kurs, Rendite und Duration einfach erklärt
Mit einer Anleihe verleihst du Geld – an einen Staat oder ein Unternehmen – und bekommst dafür laufend Zins (den Kupon) sowie am Laufzeitende dein Kapital zurück.
weiterlesen →
Anleihen kaufen: Einzelanleihe oder ETF — und was das Finanzamt davon hat
Die Einzelanleihe gibt dir ein festes Enddatum und einen planbaren Betrag. Der ETF gibt dir Streuung, aber keinen Rückzahlungstermin – du bleibst dauerhaft dem Zinsniveau ausgesetzt.
weiterlesen →
Anleihen im Portfolio: wie viel Stabilität dein Depot wirklich braucht
Weil die Rendite eines Depots wenig nützt, wenn du im falschen Moment verkaufen musst. Anleihen kaufen dir die Freiheit, einen Crash auszusitzen.
weiterlesen →

Strategie & Allokation

4

Aufteilen, umschichten, dranbleiben.

Brauche ich wirklich 1.300 Aktien? 100 Aktien gegen den Weltindex
Diversifikation und vollständige Marktabdeckung sind nicht dasselbe. Ein Portfolio aus 100 Titeln kann breit gestreut sein, ohne den ganzen Markt abzubilden — und ein Index mit 1.300 Titeln kann ein Viertel seines Gewichts in sieben Unternehmen tragen. Dieser Artikel baut aus 100 Aktien einen regelbasierten Gegenentwurf und prüft ihn in drei Marktregimen.
weiterlesen →
Rebalancing erklärt: Wann und wie du dein Depot zurücksetzt
Rebalancing bringt die Anlageklassen auf ihr Zielverhältnis zurück, indem du vom Gewachsenen abgibst und das Zurückgebliebene aufstockst.
weiterlesen →
Asset Allocation einfach erklärt: Portfolio richtig aufteilen
Asset-Allokation ist die Aufteilung deines Vermögens auf Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Liquidität – und sie bestimmt dein Risiko-Rendite-Profil stärker als jede Einzelauswahl.
weiterlesen →
Unternehmer-Endowment-Modell — was Yale mit deinem Betrieb zu tun hat
Das Ertragswerke-Endowment-Modell überträgt: Das Yale Endowment wird nicht für maximalen Jahresertrag gemanagt. Es wird für permanente Überlebensfähigkeit gemanagt — mit einer nachhaltigen Ausschüttungsrate, die das Kapital real erhält. Genau diese Logik fehlt fast allen Unternehmern.
weiterlesen →

Steuern & Entnahme

2

Was beim Verkauf zaehlt: Reihenfolge, Verlusttoepfe, Freibetraege.

Steuern auf Kapitalerträge: Abgeltungsteuer, Freibetrag & Verlusttöpfe
Mit der Abgeltungsteuer: pauschal 25 %, zuzüglich Solidaritätszuschlag – zusammen rund 26,4 %, mit Kirchensteuer bis knapp 28 %.
weiterlesen →
Aktien verkaufen: FIFO, Verlusttöpfe und die richtige Reihenfolge
Entnahme ist nicht „einfach verkaufen". Jeder Verkauf entscheidet über Steuerlast, Risikoverteilung und Portfolioqualität — und die Reihenfolge über die finanzielle Überlebensfähigkeit des Depots.
weiterlesen →

Entnahme & finanzielle Freiheit

4

Wenn das Depot nicht mehr wächst, sondern zahlen soll: Entnahmeraten, Reihenfolge und was Inflation daraus macht.

FIRE-Entnahmephase: Vermögen langfristig erhalten
In der Ansparphase sind schlechte Börsenjahre oft verkraftbar — du kaufst günstiger nach. In der Entnahmephase dreht sich die Logik um: Der Markt fällt, aber deine Kosten laufen weiter.
weiterlesen →
FIRE und Inflation: So gefährdet Kaufkraftverlust die Entnahme
2 % konstante Inflation ist ein bequemes Modell — aber Inflation kommt in Clustern. Wer das nicht einplant, unterschätzt die Belastung genau in den kritischen Jahren.
weiterlesen →
FIRE-Entnahmestrategien: Guardrails, Bucket-Strategie und ALM
Gegenüber der klassischen, starren 4-Prozent-Regel verlegt Ertragswerke den Fokus beim FIRE-Konzept weg vom reinen Entnahmeproblem hin zu einem präzisen Liquiditätsmanagement. Die entscheidende Frage lautet: Wann ist Kapital verfügbar, und passt das zu dem Zeitpunkt, zu dem es tatsächlich gebraucht wird? Für diese Herausforderung überträgt Ertragswerke das institutionelle Prinzip des Asset Liability Managements auf die private Vermögensplanung – als vereinfachte Adaption, bei der Kapital gegen echte Fälligkeiten statt gegen einen monatlichen Durchschnitt geplant wird.
weiterlesen →
FIRE-Entnahmestruktur: Welche Töpfe wann geleert werden
Eine hohe Rendite löst nicht automatisch das Entnahmeproblem. Ein Portfolio mit guter Rendite, aber hoher Steuerreibung und unklaren Entnahmeregeln kann trotzdem scheitern. Die entscheidende Frage: Wie viel von der Bruttorendite kommt planbar auf dem privaten Girokonto an?
weiterlesen →

Das Altersvorsorgedepot ab 2027

3

Förderung, Grenzen und die Frage, welcher Euro in welches Gefäß gehört.

Die Auszahlungsphase des Altersvorsorgedepots: drei Wege, und was am Ende bleibt
Zu Beginn der Auszahlungsphase entscheidest du dich zwischen lebenslanger Leibrente und Auszahlplan bis mindestens 85; zusätzlich kannst du einmalig bis zu 30 % des Kapitals sofort entnehmen. Diese Wahl triffst du einmal — und sie ist nicht mehr korrigierbar.
weiterlesen →
Altersvorsorgedepot für Selbstständige und Freiberufler: die zwei übersehenen Türen
Selbstständige und Freiberufler sind ab dem Beitragsjahr 2027 unmittelbar förderberechtigt, wenn sie das 67. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, Einkünfte nach § 15 oder § 18 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 EStG erzielen und für dieses Jahr eine Steuererklärung abgeben.
weiterlesen →
Altersvorsorgedepot und Kinder: die Kinderzulage richtig verstehen
Nein — es gibt keinen separaten Kinder-Eigenbeitrag. Dieselben Beiträge, die deine Grundzulage auslösen, lösen für jedes Kind zusätzlich die Kinderzulage aus.
weiterlesen →

Der Vergleich der Wege

6

Dieselbe Netto-Belastung, verschiedene Systeme — nach Steuer, Sozialabgaben und Kosten.

Altersvorsorgedepot oder FIRE-Depot? Drei Szenarien für den frühen Ausstieg
Zwischen Ausstieg und voller Versorgung liegen zwei Stufen: Ab 65 darf das Altersvorsorgedepot auszahlen, ab 67 kommt die gesetzliche Rente dazu. Davor trägt das freie Depot alles allein.
weiterlesen →
Altersvorsorgedepot, freies Depot oder beides? Drei Wege, durchgerechnet
6.000 € Sparrate im Jahr, dreißig Jahre lang, 5 % Rendite, zwei Kinder, 25 % Steuersatz im Ruhestand — und beide Depots werden bis zum 85. Lebensjahr betrachtet.
weiterlesen →
Altersvorsorgedepot oder Aktien in der Holding? Zulage gegen Freiheit
Das ganze Konstrukt lohnt nur für unmittelbar Förderberechtigte — und der klassische beherrschende GmbH-Geschäftsführer gehört oft nicht dazu.
weiterlesen →
Altersvorsorgedepot oder betriebliche Altersvorsorge? Der Vergleich, den fast alle falsch rechnen
Vergleiche nie gleiche Beiträge, sondern gleichen Netto-Verzicht — sonst vergleichst du zwei unterschiedlich große Einzahlungen und nennst das Ergebnis „Rendite".
weiterlesen →
Altersvorsorgedepot oder Rürup-Rente? Zulage gegen Abzugsvolumen
Beide Wege sparen in der Ansparphase steuerfrei an und besteuern erst die Auszahlung — sie unterscheiden sich im Volumen, in der Art der Förderung und im Ausgang.
weiterlesen →
Altersvorsorgedepot oder normales ETF-Depot? Zulage gegen Zugriff
Das Altersvorsorgedepot kauft dir Zulage und eine steuerfreie Ansparphase — bezahlt wird mit Zugriff, freier Vererbbarkeit und voller nachgelagerter Besteuerung im Alter.
weiterlesen →

Die ReihenfolgeWarum die Gebührenfrage zuletzt kommt

Ordergebühren bewegen einige Euro im Jahr, die Wahl der steuerlichen Hülle bewegt bei sechsstelligen Depots über zwanzig Jahre einen fünfstelligen Betrag.

Ein Depotwechsel wegen 30 Cent Ordergebühr ist schnell erledigt und fühlt sich nach Optimierung an. Die Frage, ob dieses Depot überhaupt an der richtigen Stelle geführt wird, ist unbequemer — sie berührt Rechtsform, Steuerstatus und die Frage, wann du an das Geld willst. Genau deshalb wird sie übersprungen.

Die Reihenfolge, die trägt:

In dieser Reihenfolge entscheiden:
  • Wofür ist das Geld da? Altersvorsorge, Entnahme in fünf Jahren, Vermögen für die nächste Generation — das bestimmt Anlagehorizont und Risikotragfähigkeit, und damit alles Weitere.
  • Aus welchen Bausteinen? Aktien, Fonds und ETFs, Anleihen, Liquidität — jeder Baustein hat eine Aufgabe, und keiner erfüllt alle.
  • In welcher Hülle? Privatdepot, Gesellschaft oder geförderter Vertrag. Diese Entscheidung ist im Nachhinein am teuersten zu korrigieren.
  • Bei welchem Anbieter? Erst hier zählen Kosten, Ausführungsplätze und Bedienbarkeit.

Die ersten drei Fragen entscheiden über das Ergebnis. Die vierte über den Komfort.

Die BausteineWoraus ein Depot besteht

Ein Depot ist kein Produkt, sondern eine Zusammenstellung: Aktien liefern Wachstum, Anleihen Planbarkeit, Liquidität Handlungsfähigkeit. Die Mischung macht das Risiko, nicht der einzelne Titel.

Aktien und ETFs — der Wachstumsteil

Hier entsteht der Ertrag, der über die Inflation hinausgeht — und hier entsteht die Schwankung. Die erste Entscheidung ist nicht die Titelauswahl, sondern die Frage nach dem Zugangsweg: breiter Index oder ausgewählte Einzelwerte. Beides hat Berechtigung, aber unterschiedliche Anforderungen an Zeit und Nerven. Warum aktiv verwaltete Fonds ihren Index mehrheitlich nicht schlagen, steht in Warum Fonds den Index nicht schlagen; worauf es bei der ETF-Auswahl tatsächlich ankommt, in ETF auswählen. Und die Frage, ob ein Index wirklich so breit streut, wie er verspricht, ist einen eigenen Blick wert — er ist konzentrierter, als die meisten denken.

Anleihen — der Planbarkeitsteil

Lange waren sie überflüssig, weil sie nichts abwarfen. Seit der Zinswende sind sie zurück, und damit auch die Frage, wie viel Aktienrisiko sich überhaupt noch lohnt, wenn es sichere Zinsen gibt. Genau das rechnen wir in Sichere Zinsen oder Aktienrisiko? über fünfzig Jahre Marktdaten durch. Die Mechanik dahinter — warum ein Anleihekurs fällt, wenn die Zinsen steigen — steht in Anleihen verstehen, die praktische Umsetzung in Anleihen kaufen.

Liquidität — der Teil, der nichts verdienen soll

Geld, das in den nächsten Jahren gebraucht wird, gehört weder in Aktien noch in langlaufende Anleihen. Seine Aufgabe ist nicht Rendite, sondern zu verhindern, dass im falschen Moment verkauft werden muss. Wie die Bausteine zusammenspielen und in welchem Verhältnis, behandelt Asset-Allokation; warum die Aufteilung regelmäßig zurückgesetzt werden muss, Rebalancing.

Die HülleAsset Location: wo das Depot liegt

Für dieselben Wertpapiere gibt es drei grundsätzlich verschiedene Orte — Privatdepot, Gesellschaft und geförderter Altersvorsorgevertrag —, und sie werden völlig unterschiedlich besteuert.

Das ist der Punkt, an dem sich Ergebnisse trennen. Nicht durch bessere Wertpapierauswahl, sondern durch die Hülle:

Die drei Orte im Überblick:
  • Privatdepot. Erträge unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag, bei Aktienfonds mit 30 % Teilfreistellung. Dafür volle Verfügbarkeit, keine Struktur, keine laufenden Kosten.
  • Gesellschaft. Kursgewinne aus Direktaktien sind über § 8b KStG zu 95 % steuerfrei — effektiv bleiben rund 1,5 % Belastung. Zwei Einschränkungen: Das gilt nicht für Fondsanteile, und beim Weg ins Privatvermögen kommt eine zweite Steuerebene hinzu — wie hoch sie ausfällt, hängt allerdings stark davon ab, wie entnommen wird.
  • Altersvorsorgedepot. Ab 2027 wächst hier alles steuerfrei, ohne Vorabpauschale, dazu kommen Zulagen. Der Preis ist die Bindung: Auszahlung frühestens mit 65.

Die Rechnung, nach der immer gefragt wird

Der Einwand kommt zuverlässig: Lohnt sich die Gesellschaft denn nun oder nicht? Die ehrliche Antwort hängt an einer einzigen Bedingung — ob das Geld in der Gesellschaft bleibt.

100.000 € über 20 Jahre bei 7 % p. a. → 386.968 € vor Steuern Gesellschaft, Direktaktien 382.689 € § 8b KStG, effektiv ~1,5 % Privatdepot, Aktien-ETF 333.987 € Abgeltungsteuer, 30 % Teilfreistellung Gesellschaft, Aktien-ETF 327.057 € § 8b greift für Fonds NICHT Privatdepot, Direktaktien 311.281 € keine Teilfreistellung Modellrechnung, Stand 2026. Ohne Kirchensteuer, ohne Strukturkosten, ohne Sparer-Pauschbetrag.

In der Gesellschaft ist der ETF das schlechtere Instrument. § 8b KStG begünstigt Kursgewinne aus Direktaktien, nicht aus Fondsanteilen. Wer eine Gesellschaft gründet und dann einen Welt-ETF hineinlegt, hat die Struktur gebaut, aber den Vorteil nicht genutzt — er landet sogar unter dem privaten ETF-Depot. Warum das so ist, steht in § 8b KStG erklärt.

Und wenn das Geld privat gebraucht wird?

Dann entscheidet nicht die Struktur, sondern die Entnahmeplanung: Zwischen dem naivsten und dem durchdachten Weg liegen bei diesem Beispiel über 65.000 €.

Hier wird meistens zu kurz gerechnet. Der Standardeinwand lautet, in der Gesellschaft komme beim Herausholen eine zweite Steuerebene dazu und fresse den Vorteil auf. Das stimmt — aber nur für den ungeplanten Fall, dass alles auf einmal ausgeschüttet wird:

382.689 € liegen in der Gesellschaft. Was kommt privat an? Alles auf einmal, Abgeltungsteuer 26,375 % 308.130 € Teileinkünfteverfahren, 42 % Grenzsteuersatz 307.533 € Teileinkünfteverfahren, 30 % Grenzsteuersatz 329.006 € Teileinkünfteverfahren, 25 % Grenzsteuersatz 337.953 € Gestreckt über 10 Jahre, ohne weiteres Einkommen 373.823 € Zum Vergleich: Privatdepot mit Aktien-ETF 333.987 €

Beim Teileinkünfteverfahren nach § 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG sind nur 60 % der Ausschüttung steuerpflichtig, dafür zum persönlichen Satz. Das lohnt sich, sobald dieser Satz unter etwa 42 % liegt — und im Ruhestand liegt er das meistens. Voraussetzung ist eine Beteiligung von mindestens 25 %, oder von mindestens 1 % bei beruflicher Tätigkeit für die Gesellschaft.

Noch deutlicher wird es, wenn nicht alles in einem Jahr abfließt. Wer die Entnahme über zehn Jahre streckt und in dieser Zeit keine wesentlichen anderen Einkünfte hat, bleibt mit jeder Jahresrate im unteren Tarifbereich — die effektive Belastung des gesamten Gewinns sinkt dann auf rund 3 %. Das ist kein Trick, sondern schlicht die Progression des Einkommensteuertarifs, angewandt statt ignoriert.

Die Gesellschaft belohnt Thesaurierung und Geduld. Bestraft wird nicht die Entnahme, sondern die ungeplante Entnahme.

Welche Wege es außerdem gibt — Geschäftsführergehalt, Darlehen, Veräußerung, Liquidation — und welcher wann trägt, steht in Geld aus der Holding holen. Wichtig dabei: Diese Rechnung unterstellt, dass im Entnahmezeitraum tatsächlich kaum anderes Einkommen anfällt. Wer daneben Rente, Mieten und Kapitalerträge bezieht, landet schnell wieder in der Progression — dann schrumpft der Vorteil.

Die vollständige Gegenüberstellung mit Strukturkosten und Break-even steht in Depot privat oder über die Gesellschaft; die Frage, ab welcher Größenordnung sich der Aufwand überhaupt lohnt, in Ab wann sich Asset Location rechnet. Welcher Baustein in welche Hülle gehört, ordnet Was gehört wohin.

Die dritte Hülle, die ab 2027 dazukommt

Das Altersvorsorgedepot ist keine Variante des Privatdepots, sondern ein eigener Ort mit eigenen Regeln: steuerfreies Wachstum ohne Vorabpauschale, staatliche Zulagen von bis zu 540 € im Jahr, dafür Bindung bis 65 und eine Einzahlungsgrenze. Für den Teil des Vermögens, der ohnehin für die Rente gedacht ist, ist das eine ernstzunehmende dritte Option — und sie konkurriert nicht mit den anderen beiden, sondern ergänzt sie.

Der PreisWas der Fiskus vom Depot hat

Nicht der Steuersatz unterscheidet die Anlagen, sondern der Zeitpunkt: Zinsen werden jährlich besteuert, Kursgewinne erst beim Verkauf.

Zinsen, Dividenden und Kursgewinne unterliegen im Privatvermögen alle derselben Abgeltungsteuer und teilen sich denselben Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € beziehungsweise 2.000 €. Einen pauschalen Steuervorteil „der Aktie" gibt es nicht. Was es gibt, ist der Stundungseffekt — und der wirkt über Jahrzehnte erheblich. Die Details, inklusive Vorabpauschale und Teilfreistellung, stehen in Steuern auf Kapitalerträge. In welcher Reihenfolge beim Verkauf abgerechnet wird und warum das den Steuerbetrag verändert, klärt Aktien verkaufen: die Reihenfolge.

Das EndeWenn das Depot zahlen soll

Ein Depot in der Entnahmephase folgt anderen Regeln als eines im Aufbau — vor allem, weil die Reihenfolge der Renditen plötzlich zählt.

Solange eingezahlt wird, ist ein Kurseinbruch eine Gelegenheit. Sobald entnommen wird, ist er ein Problem: Wer in einem schwachen Jahr verkaufen muss, verkauft mehr Anteile für dieselbe Summe und kann diesen Verlust nie wieder aufholen. Dieses Sequenzrisiko ist der Grund, warum Entnahmeregeln existieren — und warum eine starre Prozentregel gefährlich sein kann. Nachzulesen in Die 4-%-Regel, Guardrails und Sequenzrisiko.

Der AnfangWomit du anfängst

Mit der Frage, wofür das Geld da ist — nicht mit der Frage, welcher Broker der günstigste ist.

Wenn du diese Seite von oben liest, hast du die Reihenfolge bereits: Zweck, Bausteine, Hülle, dann Anbieter. Für die meisten ist das Privatdepot der richtige Ort, und das ist kein Kompromiss — es ist flexibel, kostenlos und steuerlich berechenbar. Eine Gesellschaft lohnt sich erst, wenn Vermögen reinvestiert statt entnommen wird und die Größenordnung die Strukturkosten trägt. Und der geförderte Vertrag lohnt sich für den Teil, der ohnehin bis zur Rente liegen bleibt.

Was in keinem dieser Fälle hilft, ist der Wechsel zum Broker mit 20 Cent weniger Ordergebühr.

Die Rechenbeispiele auf dieser Seite sind Modellrechnungen und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Steuerliche Angaben nach dem Rechtsstand 2026: Abgeltungsteuer 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag, Teilfreistellung 30 % für Aktienfonds im Privatvermögen (§ 20 Abs. 1 InvStG), § 8b KStG mit 5 % nicht abziehbaren Betriebsausgaben. Kirchensteuer, Sparer-Pauschbetrag, Strukturkosten einer Gesellschaft und Gewerbesteuerhebesätze sind nicht berücksichtigt; die individuelle Belastung weicht ab. Ob eine Gesellschaft im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von Faktoren ab, die eine Modellrechnung nicht abbilden kann — das gehört in die Hand eines Steuerberaters.