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Altersvorsorgedepot-Rechner: Förderung, Steuer und Nettorente berechnen

Rechtsstand: September 2026Aktualisiert: 8. Oktober 2026Quellen: Altersvorsorgereformgesetz, EStG, AltZertG, SGB V/XIAutor: Sascha Wiengarn, WirtschaftsjuristZum Rechner →So rechnen wir →

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Depot für die Altersvorsorge, das ab 2027 an den Start geht. Du sparst in ETFs statt in einer Versicherung, bekommst Geld vom Staat dazu — und kommst dafür vor 65 nicht an dein Kapital. Dieser Guide rechnet vor, was die Förderung wirklich bringt, was sie kostet und für wen sie sich nicht lohnt.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Start am 1. Januar 2027. Ein Depot mit ETFs und Fonds statt einer Versicherungshülle — und ohne Beitragsgarantie, das Geld darf also wirklich in Aktien arbeiten.
  • Gefördert werden 1.800 € Eigenbeitrag im Jahr (150 € im Monat). Alles darüber darfst du einzahlen, bekommst dafür aber keine zusätzliche Zulage.
  • Bis zu 540 € Grundzulage im Jahr — 50 Cent je Euro auf die ersten 360 €, danach 25 Cent. Die erste Stufe ist die lohnendste.
  • Dazu 300 € je Kind, solange Kindergeld fließt — ohne dass du dafür mehr einzahlen musst. Das ist der stärkste Hebel überhaupt.
  • Gesperrt bis frühestens 65. Kein Zwischenzugriff, keine freie Vererbung. Das ist der Preis für die Förderung.
  • Steuerlich absetzbar: Eigenbeitrag und Zulage zusammen sind als Sonderausgaben abziehbar. Bringt der Abzug mehr als die Zulage, erstattet das Finanzamt die Differenz von selbst — die Günstigerprüfung. Ab rund 23 % Grenzsteuersatz kommt so zur Zulage noch Geld dazu.
  • In der Ansparphase steuerfrei, dafür wird die Auszahlung später wie normales Einkommen versteuert.
  • Am ehesten lohnend bei Kindern, kleinen bis mittleren Beiträgen und einem niedrigen Steuersatz im Alter.
  • Ob es besser ist als ein freies ETF-Depot oder eine bAV, hängt stark von Förderung, Steuersatz und gewünschter Verfügbarkeit ab — pauschal lässt sich das nicht sagen.

Du willst nur wissen, was es dir bringt? Direkt zum Altersvorsorgedepot-Rechner →

Das Werkzeug

Der Altersvorsorgedepot-Rechner

Finde zuerst heraus, was das Altersvorsorgedepot dir bringt. Vier Angaben genügen für eine klare erste Einordnung. Eine vorhandene bAV oder die vollständige Sparplan-Optimierung kannst du danach gezielt ergänzen.

Deine Frage entscheidet über den Einstieg

Schnellcheck für die erste Antwort, bAV-Vergleich für ein konkretes Arbeitgeberangebot oder Wealth Lab für die vollständige Aufteilung mehrerer Vorsorgewege. Die Berechnung darunter bleibt dieselbe.

Der Rechner

Starte mit Beitrag, Alter, Einkommen und Kindern. Du erhältst sofort den fairen Vergleich bei gleichem wirtschaftlichem Eigenaufwand.

Was möchtest du wissen?

Schnellcheck: Du vergleichst AV-Depot und ETF-Depot bei derselben monatlichen Belastung. Weitere Annahmen sind transparent voreingestellt und jederzeit änderbar.

1 Deine Angaben Vier Angaben für deinen Schnellcheck
Persönliche Angaben und Annahmen verfeinernRentenbeginn, Förderberechtigung, Steuern, Krankenversicherung, Kosten und Rendite. Die voreingestellten Werte bleiben immer sichtbar.
Angenommen: Annahmen bearbeiten

2 Deine Auszahlungen im Detail Auszahlung, Kapital und Förderung auf einen Blick

So wächst dein Altersvorsorgedepot bis zur Rente

Derselbe monatliche Verzicht, einmal mit Förderung und einmal ohne: Der Abstand zwischen den Linien ist genau das, was Zulagen und Steuererstattung über die Jahre ausmachen. Steht die Renditeannahme auf „MSCI World, echter Verlauf", rechnet die Grafik mit den tatsächlichen Jahresrenditen samt Einbrüchen; Zeitraum und Anlage wählst du direkt über dem Chart.

AV-Depot und freies Depot im Detail

Welche Ergänzungen gibt es zum Altersvorsorgedepot?

Das freie ETF-Depot hält Vermögen verfügbar. Eine betriebliche Altersvorsorge kann zusätzlich interessant sein, wenn der Arbeitgeber spürbar mitzahlt. Der Rechner führt beides bewusst erst nach dem persönlichen AVD-Ergebnis ein.

⚖ Die drei Wege: dafür und dagegen

Was für die drei Wege spricht und was dagegen

Altersvorsorgedepot und bAV binden Geld bis zur Rente und werden später besteuert. Das freie Depot bekommt keine Förderung, bleibt dafür jederzeit verfügbar.

Altersvorsorgedepot

Dafür

  • Zulage bis 540 € im Jahr plus bis zu 300 € je Kind; bei hohem Steuersatz zusätzlich Steuererstattung über die Günstigerprüfung.
  • In der Ansparphase steuerfrei: Umschichten, Dividenden und Kursgewinne ohne Abgeltungsteuer, Soli und Kirchensteuer, keine Vorabpauschale.
  • Freie Anlage in ETFs, ohne Beitragsgarantie, die sonst Rendite kosten würde.
  • Als Pflichtversicherter in der Rente keine Kranken- und Pflegebeiträge auf die Auszahlung.

Dagegen

  • Gesperrt bis mindestens 65. Vorher kommst du nur heran, wenn du die Förderung zurückzahlst. Die Entnahme für selbstgenutztes Wohneigentum ist erst ab 2028 geregelt und nur möglich, wenn der Anbieter sie vorsieht.
  • Die Auszahlung wird voll versteuert, auch der Teil aus deinen eigenen Beiträgen. Für Gutverdiener ist die Förderung deshalb vor allem eine Steuerstundung.
  • Zu Rentenbeginn eine Entscheidung fürs Leben: Auszahlplan bis mindestens 85, danach ist nichts mehr da, oder lebenslange Leibrente, dann ist das Kapital weg. Bis zu 30 % kannst du sofort nehmen, sie werden aber im selben Jahr voll versteuert. Die Höhe der Raten im Auszahlplan gibt eine gesetzliche Formel vor, frei einteilen kannst du sie nicht.
  • Stirbst du früh, bleibt beim Auszahlplan das Restkapital, bei einer Leibrente ohne Garantiezeit ist es weg. Ohne Rückforderung erben kann es nur der Ehegatte. Gefördert werden nur 1.800 € Eigenbeitrag im Jahr, der Kostendeckel von 1,0 % gilt nur für das Standarddepot.

bAV / Entgeltumwandlung

Dafür

  • Der Beitrag geht vom Brutto ab: Du sparst Steuer und bis 4 % der Beitragsbemessungsgrenze auch Sozialabgaben, bei einem Gehalt über 69.750 € im Jahr aber nur noch Renten- und Arbeitslosenversicherung.
  • Der Arbeitgeber muss 15 % dazulegen, soweit er selbst Sozialabgaben spart; viele Tarifverträge sehen mehr vor.
  • Läuft automatisch über die Gehaltsabrechnung, meist mit lebenslanger Rente.

Dagegen

  • Auf die Betriebsrente fallen im Alter Kranken- und Pflegebeiträge an, in der Pflege ohne Freibetrag, dazu die volle Einkommensteuer.
  • Ob sie sich lohnt, hängt stark am Steuersatz heute und im Alter und am Arbeitgeberzuschuss.
  • Das niedrigere Brutto senkt die gesetzliche Rente sowie Arbeitslosen- und Krankengeld ein wenig.
  • Meist mit Garantie der eingezahlten Beiträge, weil dein Arbeitgeber dafür haftet. Das macht sie sicherer, kostet aber Rendite.
  • Oft hohe Kosten und wenig Einfluss auf die Anlage, beim Jobwechsel umständlich, kein Zugriff vor Rentenbeginn.

Freies ETF-Depot

Dafür

  • Jederzeit verfügbar: für Notfälle, einen früheren Ausstieg oder eine größere Anschaffung.
  • Du entscheidest später selbst: alles auf einmal, ein eigener Entnahmeplan, nur von den Erträgen leben oder das Kapital verzehren. Durchspielen lässt sich das im Freiheitsrechner.
  • Frei vererbbar, niedrige Kosten, volle Kontrolle über die Anlage.
  • Versteuert werden nur die Gewinne, mit 30 % Teilfreistellung und 1.000 € Sparerpauschbetrag im Jahr.
  • Du steuerst selbst, wie viel du im Jahr entnimmst. Mit einer kleinen Rente bleiben die Gewinne dann oft ganz oder teilweise steuerfrei, über den Sparerpauschbetrag und die Günstigerprüfung.

Dagegen

  • Keine Zulage und kein Steuerabzug, du zahlst aus bereits versteuertem Geld ein.
  • Jedes Jahr Vorabpauschale, beim Verkauf Abgeltungsteuer auf den Gewinn.
  • Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen im Alter Kranken- und Pflegebeiträge auch auf die Erträge.
  • Die Verfügbarkeit ist auch eine Versuchung: Nichts hindert dich, das Geld vorher auszugeben.

Jeder Topf deckt einen anderen Fall ab: das Altersvorsorgedepot die Förderung, die Betriebsrente den Zuschuss deines Arbeitgebers, das freie Depot den Zugriff, wenn das Leben anders kommt als geplant. Deshalb liegt bei vielen eine Kombination vorn. Ob das bei dir so ist, zeigt der Rechner oben.

Für Angestellte kann die Betriebsrente der stärkere Weg sein: Der Arbeitgeber zahlt mindestens 15 % dazu, und auf den umgewandelten Teil fallen keine Sozialabgaben an. Dafür ist die Rente im Alter voll steuer- und beitragspflichtig, und die gesetzliche Rente sinkt.

Einen freien ETF-Sparplan gibt es dort nicht. Den Anbieter und den Tarif wählt dein Arbeitgeber aus, und die meisten Verträge garantieren die eingezahlten Beiträge — diese Sicherheit kostet Rendite. Die bAV gewinnt also nicht durch die bessere Geldanlage, sondern durch Zuschuss und gesparte Abgaben. Was drinsteckt und was sie kostet →

Und es ist kein Entweder-oder: Du kannst den geförderten Rahmen im Altersvorsorgedepot mitnehmen und darüber hinaus Gehalt umwandeln. Der Rechner prüft diese Aufteilung mit und sagt dir, welcher Euro wohin am meisten bringt.

Das Prinzip

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die Altersvorsorge: ETF-Sparen ohne Beitragsgarantie, ohne Steuer in der Ansparphase, mit Zulagen — im Gegenzug gesperrt bis frühestens 65 und später voll steuerpflichtig.

Rechtsgrundlage ist das Altersvorsorgereformgesetz vom 26.05.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 156). Der Bundestag hat es am 27.03.2026 beschlossen, der Bundesrat am 08.05.2026 gebilligt. Die Förderregeln greifen ab dem 01.01.2027; einzelne Teile — darunter die Neuregelung des § 92a EStG zum Wohneigentum — erst ab dem 01.01.2028.

Der entscheidende konzeptionelle Bruch gegenüber Riester: Es gibt keine Beitragsgarantie mehr. Genau diese Garantie hat die alte Förderung ökonomisch ruiniert — sie zwang Anbieter in Anleihen und Sicherungsvermögen und fraß die Rendite auf. Ohne Garantie darf das Kapital tatsächlich in Aktien arbeiten.

Anlegen darfst du trotzdem nicht in alles. Das Gesetz arbeitet mit einer abschließenden Positivliste: OGAW, offene Publikums-AIF und ELTIF bis zur PRIIP-Risikoklasse 5 sowie bestimmte Staatsanleihen. Einzelaktien, Krypto, geschlossene Beteiligungen sind nicht vorgesehen — praktisch bleiben breite ETFs, aktive Publikumsfonds und ELTIF.

Die drei Kernmerkmale:
  • Steuerfrei in der Ansparphase. Keine Vorabpauschale, keine Abgeltungsteuer auf Ausschüttungen. Auch Umschichten löst nichts aus (§ 16 Abs. 2 Satz 1 InvStG) — du kannst den Fonds wechseln oder in Rentennähe umschichten, ohne Steuer.
  • Einzahlbar bis 6.840 € im Jahr (§ 1 Abs. 1 Nr. 5 AltZertG n.F.). Zulagen und Erträge zählen nicht gegen diese Grenze. Gefördert wird aber nur bis 1.800 € Eigenbeitrag.
  • Gesperrt bis frühestens 65. Kein Zwischenzugriff, keine Verpfändung als Kreditsicherheit im Alltag, keine freie Vererbung.

Das Altersvorsorgedepot ist kein besseres Depot. Es ist ein Depot mit Zuschuss und Schloss.

Das Geld

Wie hoch ist die Förderung beim Altersvorsorgedepot?

Die Grundzulage beträgt 50 % der Beiträge bis 360 € und 25 % der Beiträge von 360,01 € bis 1.800 € — maximal 540 € im Jahr (§ 84 EStG n.F.).

Die Staffelung ist bewusst so gebaut, dass kleine Beiträge überproportional gefördert werden. Die ersten 360 € bringen 180 € Zulage — eine Förderquote von 50 %. Die restlichen 1.440 € bringen 360 € — 25 %. Wer 1.800 € einzahlt, erhält 540 €, also 30 % auf den Gesamtbeitrag.

Grundzulage, Staffelung (§ 84 EStG n.F.) Beitragsteil bis 360,00 € → 50 % → max. 180 € Beitragsteil 360,01 – 1.800,00 € → 25 % → max. 360 € ───────── Grundzulage maximal 540 € Mindesteigenbeitrag: 120 € pro Jahr (§ 86 EStG n.F.) darunter: KEINE Zulage — auch nicht anteilig

Der Mindesteigenbeitrag von 120 € im Jahr ist die zweite große Vereinfachung gegenüber Riester. Er ist einkommensunabhängig — es gibt keine 4-Prozent-Rechnung mehr, keine Kürzungsfalle, wenn das Vorjahreseinkommen gestiegen ist. 10 € im Monat, und die Förderung läuft. Wer darunter bleibt, bekommt gar nichts.

Für Berufseinsteiger kommt ein einmaliger Bonus von 200 € hinzu (§ 84 Satz 2 EStG n.F.): Voraussetzung ist, dass zu Beginn des Beitragsjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet war. Einmalig, nicht wiederholbar.

Neben der Zulage gibt es den Sonderausgabenabzug. Wie beides zusammenspielt und ab welchem Steuersatz du mehr bekommst als die Zulage, steht im nächsten Abschnitt.

120 € Mindestbeitrag, 1.800 € Förderdeckel, 6.840 € Einzahlungsgrenze. Drei Zahlen, die man auseinanderhalten muss.

Die Steuer

Ist das Altersvorsorgedepot steuerlich absetzbar?

Ja, Beiträge zum Altersvorsorgedepot sind als Sonderausgabe absetzbar, und zwar der Eigenbeitrag bis 1.800 € im Jahr plus die Zulagen, wobei das Finanzamt automatisch prüft, ob dir der Steuerabzug mehr bringt als die Zulage, und dir in diesem Fall die Differenz erstattet.

Diese Günstigerprüfung (§ 10a Abs. 2 EStG n.F.) vergleicht zwei Summen miteinander: auf der einen Seite die Zulagen, auf der anderen die Steuerersparnis, die entsteht, wenn Eigenbeitrag und Zulagen vom Einkommen abgezogen werden. Die Zulage ist gestaffelt, mit 50 Cent je Euro auf die ersten 360 € und 25 Cent je Euro bis 1.800 €. Wer einen niedrigen Steuersatz hat, fährt mit der Zulage besser. Wer hoch besteuert wird, bekommt über den Abzug mehr, weil die Ersparnis mit dem persönlichen Grenzsteuersatz wächst und die Zulage selbst ebenfalls mit abgezogen wird.

1.800 € Eigenbeitrag, keine Kinder Abziehbar: 1.800 € + 540 € Zulage = 2.340 € Grenzsteuersatz Steuerersparnis Förderung gesamt je Euro ─────────────────────────────────────────────────────────────── 20 % 468 € 540 € (Zulage) 30 Cent 30 % 702 € 702 € 39 Cent 35 % 819 € 819 € 46 Cent 42 % 983 € 983 € 55 Cent Über der Zulage liegende Ersparnis wird erstattet. Ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer gerechnet.

Auf den Abschnitt zwischen 360 € und 1.800 € heruntergebrochen heißt das: Statt 25 Cent Zulage bringt dort jeder weitere Euro bei 42 % Grenzsteuersatz rund 52 Cent, weil der Euro Beitrag und die 25 Cent Zulage darauf zusammen abgezogen werden (1,25 € × 42 % = 52,5 Cent). Ohne Kinder beginnt dieser Effekt bei vollen 1.800 € Eigenbeitrag ab rund 23 % Grenzsteuersatz. Mit Kindern liegt die Schwelle deutlich höher, weil die Kinderzulage die Zulagenseite so stark macht, dass der Abzug sie oft gar nicht erreicht.

Zwei Dinge gehören zur ehrlichen Rechnung dazu. Die Zulage fließt in den Vertrag, die Erstattung dagegen auf dein Konto, und wer sie nicht wieder anlegt, verschenkt einen Teil des Vorteils. Und die Grenze bleibt dieselbe wie bei der Zulage: Für jeden Euro über 1.800 € gibt es weder Zulage noch Abzug. Mehr einzuzahlen, um mehr abzusetzen, funktioniert deshalb nicht. Was du abgesetzt hast, wird bei der Auszahlung voll mit deinem dann gültigen Steuersatz versteuert, der Vorteil liegt also vor allem im Unterschied zwischen dem Steuersatz heute und dem im Alter. Der Rechner oben ermittelt deinen Grenzsteuersatz aus dem Bruttogehalt und zeigt dir, ob du nur die Zulage bekommst oder zusätzlich eine Erstattung.

Die Zulage hilft allen gleich, der Steuerabzug hilft Gutverdienern mehr. Der Deckel bei 1.800 € gilt für beides.

Der Hebel

Wie funktioniert die Kinderzulage?

Die Kinderzulage beträgt 100 % der im Beitragsjahr bis zu 1.800 € geleisteten Altersvorsorgebeiträge, höchstens 300 € je Kind — und sie verlangt keinen zusätzlichen Eigenbeitrag.

Das ist der Punkt, der in fast allen Darstellungen untergeht, und er ist ökonomisch der wichtigste des ganzen Gesetzes. § 85 Abs. 1 EStG n.F. knüpft die Kinderzulage an „100 Prozent der im Beitragsjahr bis zu einer Höhe von 1 800 Euro geleisteten Altersvorsorgebeiträge", gedeckelt auf 300 € je Kind. Es gibt keinen separaten Kinder-Mindestbeitrag. Derselbe eingezahlte Euro löst Grundzulage und Kinderzulage aus — und die Kinderzulage je Kind erneut.

Modellrechnung: 300 € Eigenbeitrag, drei Kinder Eigenbeitrag 300 € Grundzulage (50 % auf die ersten 360) 150 € Kinderzulage Kind 1 (100 %, max. 300) 300 € Kinderzulage Kind 2 300 € Kinderzulage Kind 3 300 € ─────── Zulagen gesamt 1.050 € im Depot gelandet 1.350 € Sofort-Effekt auf den Eigenbeitrag: 350 %

Aus 25 € im Monat werden 1.350 € im Jahr. Das ist keine Rendite im Kapitalmarktsinn, sondern ein Transfer — aber er wirkt sofort und unabhängig vom Markt.

Modellrechnung: 1.800 € Eigenbeitrag, zwei Kinder Eigenbeitrag 1.800 € Grundzulage (voll ausgeschöpft) 540 € Kinderzulage 2 × 300 € 600 € ─────── Zulagen gesamt 1.140 € im Depot gelandet 2.940 €

Drei Klarstellungen, die man dazu braucht:

Was Kinder nicht bewirken:
  • Der Eigenbeitrags-Höchstbetrag steigt nicht. Gefördert bleiben 1.800 € — mit oder ohne Kinder.
  • Der Sonderausgaben-Höchstbetrag steigt dagegen schon, weil er sich aus Eigenbeitrag plus Zulagen zusammensetzt. Bei zwei Kindern also 2.940 € statt 2.340 €.
  • Jedes Kind zählt nur einmal. Die Zulage kann nicht bei beiden Elternteilen parallel beansprucht werden.

Wer für den Nachwuchs selbst etwas aufbauen will, sollte das sauber vom eigenen Vertrag trennen — die Regeln dafür sind andere: Altersvorsorgedepot für Kinder.

Ein Euro, mehrere Zulagen. Wer Kinder hat und den Mindestbeitrag zahlt, lässt sonst Geld liegen, das ihm zusteht.

Das Tor

Wer kann das Altersvorsorgedepot nutzen, und wer ist ausgeschlossen?

Förderberechtigt ist, wer in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, außerdem Beamte, Richter und Soldaten mit Einwilligung, Landwirte und Bezieher einer Rente wegen voller Erwerbsminderung, und ab 2027 kommen Selbstständige sowie Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungswerke dazu. Ausgeschlossen sind vor allem freiwillig Rentenversicherte, Minijobber mit Befreiung von der Rentenversicherung, Altersvollrentner und nach dem Wortlaut des Gesetzes der beherrschende GmbH-Geschäftsführer ohne weitere Einkünfte.

Maßgeblich ist § 10a EStG. Die Förderung hängt nicht am Beruf, sondern daran, wie jemand fürs Alter abgesichert ist und welche Einkünfte er hat, und genau deshalb lohnt es sich, die Gruppen einzeln durchzugehen.

Unmittelbar förderberechtigt, wie bisher bei Riester:
  • Pflichtversicherte der gesetzlichen Rentenversicherung. Dazu gehören Arbeitnehmer und Auszubildende, Minijobber, die sich nicht von der Rentenversicherung haben befreien lassen, rentenversicherungspflichtige Selbstständige wie Handwerker oder selbstständige Lehrer, Künstler und Publizisten in der Künstlersozialkasse, Bezieher von Arbeitslosengeld oder Krankengeld, rentenversicherte pflegende Angehörige sowie Mütter und Väter in den Kindererziehungszeiten, in der Regel die ersten drei Lebensjahre des Kindes.
  • Beamte, Richter, Berufs- und Zeitsoldaten und andere Empfänger von Besoldung, aber nur, wenn sie schriftlich oder elektronisch eingewilligt haben, dass ihr Dienstherr die nötigen Daten an die Zulagenstelle meldet.
  • Landwirte, die in der Alterssicherung der Landwirte versichert sind.
  • Bezieher einer Rente wegen voller Erwerbsminderung oder einer Versorgung wegen Dienstunfähigkeit, wenn sie unmittelbar vorher förderberechtigt waren, und nur bis zum 67. Geburtstag.
  • Arbeitslose ohne Arbeitslosengeld und Bürgergeld-Bezieher, deren Zeiten in der Rentenversicherung als Anrechnungszeit zählen, wenn sie unmittelbar vorher förderberechtigt waren.
Neu berechtigt ab 2027 (§ 10a Abs. 1 Satz 5 EStG n.F.):
  • Selbstständige mit Einkünften nach § 15 oder § 18 Abs. 1 Nr. 1–3 EStG, also Gewerbetreibende, Freiberufler und Mitunternehmer, wenn sie für das Beitragsjahr eine Steuererklärung abgeben. Details im Beitrag Altersvorsorgedepot für Selbstständige.
  • Angestellte Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungswerke, etwa Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Architekten oder Apotheker, wenn sie ihrem Versorgungswerk die Einwilligung zur Datenübermittlung erteilt haben. Wer im Versorgungswerk ist und selbstständig arbeitet, kommt über die Selbstständigen-Regel hinein.
  • Für beide neuen Gruppen endet die Förderberechtigung mit dem 67. Geburtstag.
Nicht förderberechtigt:
  • Freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherte, wenn keine Pflichtversicherung dazukommt.
  • Minijobber mit Befreiung von der Rentenversicherungspflicht.
  • Altersvollrentner. Wer neben der Vollrente rentenversicherungspflichtig arbeitet, sollte die Förderberechtigung im Einzelfall bei der Zulagenstelle klären.
  • Beamte und angestellte Versorgungswerk-Mitglieder ohne Einwilligung zur Datenübermittlung.
  • Der beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH, der nur Arbeitslohn bezieht und nicht im Versorgungswerk ist, dazu der Absatz unten.

Wer selbst nicht förderberechtigt ist, aber mit einer förderberechtigten Person verheiratet ist oder in eingetragener Lebenspartnerschaft lebt, kann mittelbar teilnehmen. Dafür braucht es einen eigenen Vertrag, die Partner dürfen nicht dauernd getrennt leben, und der mittelbar Berechtigte muss selbst mindestens 120 € im Jahr einzahlen; seine Grundzulage ist dann auf höchstens 175 € begrenzt. Pflichtversicherte in einem ausländischen Rentensystem sind nur in engen Altfällen erfasst, hier lohnt der Blick auf den Einzelfall.

Ein Sonderfall betrifft viele Leser dieser Seite: der beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH. Er ist sozialversicherungsfrei und bezieht Arbeitslohn nach § 19 EStG, und nach dem Wortlaut fällt er damit durch alle Tore. Das ist unsere Subsumtion aus dem Gesetzestext, keine amtliche Aussage; ein BMF-Anwendungsschreiben liegt bislang nicht vor. Wer betroffen ist, prüft zwei Dinge: Gibt es Nebeneinkünfte nach § 15 oder § 18 EStG? Besteht Pflichtmitgliedschaft in einem Versorgungswerk? Sonst bleibt der Weg über die Struktur, dazu der Vergleich Altersvorsorgedepot oder Holding.

Die Sperre

Wann kommt man an das Geld — und was darf man anlegen?

Ausgezahlt wird frühestens mit 65 — angehoben von bisher 62 — und spätestens ab 70; entweder als lebenslange Leibrente oder als Auszahlplan, der frühestens mit 85 endet.

Die Anhebung des frühesten Auszahlungsbeginns von 62 auf 65 ist die spürbarste Verschärfung der Reform. Wer mit 60 aufhören will, findet hier kein Kapital. Für FIRE-Pläne ist das Altersvorsorgedepot deshalb bestenfalls die zweite Schicht hinter einem frei verfügbaren Depot.

Auszahlungsregeln im Überblick:
  • Teilauszahlung bis 30 % des zu Beginn der Auszahlungsphase vorhandenen Kapitals — nicht der Beiträge, nicht der Erträge.
  • Rentengarantiezeiten von 10 oder 20 Jahren sind zulässig und förderfähig.
  • BU- und Hinterbliebenen-Zusatzbausteine sind in Neuverträgen verboten. Wer beides will, braucht getrennte Verträge.
  • Maximal zwei ab 2027 abgeschlossene geförderte Verträge (§ 82 Abs. 5 EStG). Altverträge zählen dabei nicht mit.

Beim Wohneigentum ist Vorsicht geboten. Künftig sind bis zu 100 % entnehmbar, der frühere Restkapitalfreibetrag entfällt, der Mindestentnahmebetrag liegt bei 3.000 €. Aber: Die Wohneigentumsentnahme ist kein zwingender Vertragsbestandteil mehr — der Anbieter darf sie anbieten, er muss nicht. Wer sie einplant, muss die Vertragsbedingungen lesen. Die Änderungen zu § 92a EStG gelten ohnehin erst ab 2028.

Zu den Kosten kursiert die hartnäckigste Fehlinformation der ganzen Reform. Der Deckel von 1,0 % Effektivkosten gilt nur für das sogenannte Standarddepot (§ 1 Abs. 1c AltZertG) — nicht für gewöhnliche Altersvorsorgedepots, nicht für Garantieprodukte, nicht für Altverträge. Gemeint ist außerdem die Renditeminderung pro Jahr, nicht 1 % des Kapitals. Jeder Anbieter muss mindestens ein solches Standarddepot im Angebot haben. Ein staatlich betriebenes Depot ist bislang nur eine Verordnungsermächtigung (§ 1 Abs. 1e AltZertG) — dass es zum Start 2027 existiert, ist nicht gesichert.

„1 % Kostendeckel für alle" ist falsch. Der Deckel hängt am Standarddepot, nicht am Produktnamen.

Die Rechnung

Wie wird das Altersvorsorgedepot versteuert?

Der geförderte Teil der Auszahlung wird voll nachgelagert mit dem persönlichen Steuersatz versteuert (§ 22 Nr. 5 Satz 1 EStG) — Abgeltungsteuer gibt es hier nicht.

Einfach gesagt: Während du sparst, zahlst du keine Steuer. Dafür wird die Rente später wie normales Einkommen versteuert — mit deinem persönlichen Steuersatz, nicht mit den pauschalen 25 % wie im normalen Depot.

Das ist der Preis für die steuerfreie Ansparphase. Was gefördert eingezahlt wurde und was daraus gewachsen ist, kommt am Ende zum persönlichen Satz zurück. Der ungeförderte Teil — also Beiträge über den geförderten 1.800 € bis zur Grenze von 6.840 € — wird milder besteuert (§ 22 Nr. 5 Satz 2 EStG). Die genaue Behandlung des ungeförderten Anteils bei einem Depot-Auszahlplan ist ohne BMF-Schreiben noch nicht abschließend geklärt.

Der Punkt, der über die Vorteilhaftigkeit häufiger entscheidet als der Steuersatz, ist ein anderer:

Krankenversicherung in der Rente — der zentrale Unterschied:
  • Pflichtversichert in der KVdR: beitragsfrei. § 237 SGB V zählt die beitragspflichtigen Einnahmen abschließend auf; gefördertes Altersvorsorgevermögen ist zusätzlich ausdrücklich ausgenommen (§ 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Halbsatz 2 SGB V).
  • Freiwillig in der GKV versichert: voll beitragspflichtig. § 240 SGB V stellt auf die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ab — ohne Freibetrag, ohne Freigrenze.
  • Privat versichert: irrelevant, der Beitrag hängt nicht am Einkommen.

Für freiwillig GKV-Versicherte — typischerweise Selbstständige und Gutverdiener, die die 9/10-Regel der KVdR nicht erfüllen — schmilzt der Vorteil dadurch spürbar. Das ist kein Detail am Rand, sondern der Unterschied zwischen „lohnt sich klar" und „lohnt sich knapp". Wer hier unsicher ist, klärt zuerst den eigenen Versichertenstatus im Alter und rechnet dann.

Erst den Krankenversicherungsstatus im Alter klären, dann die Zulage bewundern.

§ 22 Die drei Steuerregeln, die hier gleichzeitig gelten

Ein Depot, drei verschiedene Besteuerungen

Beim Altersvorsorgedepot gilt nicht eine Steuerregel, sondern drei — je nachdem, woher der ausgezahlte Euro stammt. Das ist der Grund, warum pauschale Aussagen wie „wird am Ende voll versteuert" in die Irre führen.

1. Der geförderte Teil: volle nachgelagerte Besteuerung

Alles, was auf geförderten Beiträgen und Zulagen beruht, wird bei Auszahlung vollständig als sonstige Einkunft versteuert (§ 22 Nr. 5 Satz 1 EStG) — mit deinem persönlichen Steuersatz, nicht mit der Abgeltungsteuer. Das ist der Preis dafür, dass in der Ansparphase gar nichts anfällt.

Einfach gesagt: Der Staat schiebt die Steuer nach hinten und greift dann auf alles zu — auf dein Geld, auf die Zulagen und auf die Erträge daraus.

2. Der ungeförderte Teil: Ertragsanteilsbesteuerung

Einzahlen darfst du bis 6.840 € im Jahr, gefördert werden nur 1.800 €. Der Teil darüber wird anders behandelt (§ 22 Nr. 5 Satz 2 EStG). Bei lebenslanger Verrentung greift die Ertragsanteilsbesteuerung nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG.

Dahinter steckt eine Pauschale: Der Gesetzgeber unterstellt, dass eine lebenslange Rente überwiegend aus der Rückzahlung deines eigenen, bereits versteuerten Kapitals besteht — und nur zu einem kleinen Teil aus Zinsertrag. Nur dieser Teil zählt als Einkommen:

Ertragsanteil nach Rentenbeginnalter Rentenbeginn mit 60 22 % Rentenbeginn mit 63 20 % Rentenbeginn mit 65 18 % Rentenbeginn mit 67 17 % Beispiel: 1.000 € Rente im Monat, Beginn mit 65. Steuerpflichtig sind 180 €. Bei 25 % persönlichem Satz sind das 45 € Steuer — effektiv 4,5 % der Auszahlung.

Der Ertragsanteil ist kein Steuersatz, sondern die Bemessungsgrundlage. Er sagt, welcher Anteil der Rente als Einkommen zählt. Der Steuersatz darauf ist dein persönlicher.

Wichtig: Diese Regel gilt für die lebenslange Leibrente. Bei einem befristeten Auszahlplan greift eine eigene Tabelle (§ 55 Abs. 2 EStDV), bei Raten aus einer Kapitalauszahlung § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG. Ein BMF-Schreiben zum neuen Recht liegt dazu noch nicht vor.

3. Das freie Depot daneben: Abgeltungsteuer oder Günstigerprüfung

Legt der Rechner einen Teil ins freie Depot — weil du über der Fördergrenze sparst — gilt dort eine dritte Regel: Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag auf den Gewinnanteil, nach 30 % Teilfreistellung bei Aktienfonds.

Dazu kommt ein Wahlrecht, das im Ruhestand oft übersehen wird: Über die Günstigerprüfung (§ 32d Abs. 6 EStG) lassen sich die Kapitalerträge auf Antrag in die normale Veranlagung ziehen. Liegt dein persönlicher Satz unter 25 %, gilt der niedrigere — das Finanzamt prüft das von selbst.

Wann sich der Antrag lohnt (8.000 € Kursgewinn, Alleinstehende) gesetzliche Rente Ersparnis gegenüber Abgeltungsteuer ───────────────────────────────────────────────────────── 1.200 €/Monat 372 € 1.500 €/Monat 107 € 1.800 €/Monat 4 € ab rund 1.820 €/Monat 0 € Zusammenveranlagte Ehepaare bleiben durch den doppelten Grundfreibetrag länger im günstigen Bereich.

Und der häufigste Denkfehler dazu: Die Günstigerprüfung gilt nur für das freie Depot. Sie betrifft Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG). Leistungen aus dem Altersvorsorgedepot sind sonstige Einkünfte (§ 22 Nr. 5 EStG) — dort gibt es gar keine Abgeltungsteuer, sondern von vornherein den persönlichen Tarif. Eine Günstigerprüfung ist dort weder nötig noch möglich.

Was das zusammen bedeutet

Beide Gefäße landen am Ende beim persönlichen Steuersatz. Sie unterscheiden sich darin, worauf er angewendet wird: im freien Depot auf 70 % des Gewinnanteils und gedeckelt bei 25 %, im Altersvorsorgedepot auf 18 % der gesamten Auszahlung — ohne Deckel. Deshalb dreht sich der Vorteil des geförderten Gefäßes, sobald der persönliche Satz über rund 35 % steigt.

Die vollständige Gegenüberstellung mit Zahlen steht in Lohnt sich mehr als 1.800 €?

Nicht die Steuer entscheidet, sondern worauf sie erhoben wird.

Der Todesfall

Was passiert im Todesfall?

Nur der Ehegatte kann das Kapital förderunschädlich übernehmen — und auch er nur durch Übertragung auf einen auf seinen eigenen Namen lautenden Altersvorsorgevertrag.

Eine Barauszahlung an den Ehegatten ist nicht privilegiert. Und für alle anderen Erben gilt: Es liegt eine schädliche Verwendung vor — Zulagen und Steuervorteile sind zurückzuzahlen. Kinder, Geschwister, Lebensgefährten ohne Trauschein erben also nicht das Depot, sondern den Rest nach Rückabwicklung.

Läuft bereits eine Leibrente, endet sie mit dem Tod — es sei denn, eine Rentengarantiezeit von 10 oder 20 Jahren wurde vereinbart. Wie ein Todesfall während der laufenden Auszahlung im Detail abgewickelt wird, ist ohne Anwendungsschreiben noch nicht abschließend geklärt.

Wer Vermögen gezielt weitergeben will, findet in dieser Hülle also das schwächste Werkzeug. Das ist keine Schwäche des Produkts, sondern seine Definition: Es ist Altersvorsorge, keine Vermögensnachfolge.

Das Urteil

Für wen lohnt sich das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot gewinnt dort, wo Zulagen wirken — bei Kindern, kleinen Beiträgen und jungen Sparern — und verliert dort, wo Flexibilität oder ein hoher Steuersatz im Alter zählt.

Die folgende Modellrechnung stammt aus unserer Engine und ist ausdrücklich modellbasiert: 150 € monatlich netto, 27 Jahre Laufzeit, 7 % p. a. angenommen, Angestellter mit 60.000 € Bruttoeinkommen, pflichtversichert in der KVdR. Andere Annahmen ergeben andere Ergebnisse — die Größenordnungen sind der Punkt, nicht die Nachkommastellen.

Warum ausgerechnet 150 €? Weil das exakt die 1.800 € im Jahr sind, bis zu denen überhaupt Zulage fließt. Jeder Euro darüber bringt keine zusätzliche Zulage mehr, wird aber genauso bis 65 eingesperrt. Ein Vergleich bei 300 € im Monat würde das Altersvorsorgedepot künstlich schlechtrechnen — die zweite Hälfte liefe ohne jede Gegenleistung mit. Wer mehr sparen kann, füllt zuerst diese 1.800 € und legt den Rest ins freie Depot.

Modellrechnung (150 €/Monat netto = 1.800 €/Jahr, 27 Jahre, 7 % p. a.) Kapital netto/Monat Privatdepot 129.743 € 531 € Altersvorsorgedepot 180.190 € 626 € betriebliche AV 300.481 € 784 € Altersvorsorgedepot: 1.800 € + 540 € Zulage + 266 € Steuererstattung (Günstigerprüfung)

Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Am förderoptimalen Beitrag liegt das Altersvorsorgedepot auch nach Steuer vorn, mit 626 € gegen 531 € netto und 180.190 € gegen 129.743 € Kapital. Darin stecken neben der Zulage von 540 € auch 266 € Steuererstattung im Jahr, weil bei 34 % Grenzsteuersatz der Sonderausgabenabzug mehr bringt als die Zulage. Genau das kippt, sobald man über die 1.800 € hinausgeht: Dann wächst nur noch die Sperre, nicht die Förderung, und die volle nachgelagerte Besteuerung frisst den Vorsprung auf. Zweitens: Mit zwei Kindern steigt die Förderung auf 1.140 € im Jahr, ohne einen Euro Mehreinzahlung, solange Kindergeld fließt. Wie viel das über die ganze Laufzeit bringt, hängt davon ab, wie lange die Kinder noch Kindergeld bekommen, und genau das rechnet der Rechner oben für jedes Kind einzeln.

Dass die bAV in diesem Modell netto vorn liegt, hat einen simplen Grund: Sie fördert auf der Beitragsseite über die Steuer- und die Sozialversicherungsersparnis stärker, dafür ist sie unbeweglicher und an den Arbeitgeber gebunden. Die Detailvergleiche stehen in eigenen Beiträgen: Altersvorsorgedepot vs. freies ETF-Depot und Altersvorsorgedepot vs. bAV.

Wo es sich eher nicht lohnt:
  • Wer nicht förderberechtigt ist. Ohne Zulage bleibt vor allem der Vorteil der steuerfreien Ansparphase — dem steht aber die Sperre bis mindestens 65 gegenüber. Allein trägt dieser Vorteil die Einschränkung selten.
  • Wer freiwillig in der GKV versichert bleiben wird. Volle Beitragspflicht auf die Auszahlung ohne Freibetrag.
  • Wer vor 65 aufhören will. Das Kapital ist dann noch nicht verfügbar.
  • Wer Vermögen gezielt an Kinder vererben will. Alle Erben außer dem Ehegatten lösen eine schädliche Verwendung aus.
  • Wer im Alter einen sehr hohen persönlichen Steuersatz erwartet. Dann kann die nachgelagerte Besteuerung den Zulagenvorteil aufzehren.

Und ein Punkt, den Riester-Sparer unbedingt kennen müssen: Wer einen Bestandsvertrag hat und nach 2026 einen neuen abschließt, verliert das alte Förderrecht für sämtliche Verträge auf einen Schlag. Die Entscheidung ist unwiderruflich — und sie fällt oft nebenbei, ohne dass jemand darauf hinweist.

§ Die Falle für Bestandsverträge — im Detail

Was genau mit einem Riester-Vertrag passiert

Verträge, die vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossen wurden, laufen grundsätzlich mit dem alten Förderrecht weiter (§ 52 Abs. 50a EStG in der ab 2027 geltenden Fassung). Es bleibt also bei 175 € Grundzulage, 185 beziehungsweise 300 € Kinderzulage und der alten Mindesteigenbeitragsberechnung von 4 % des Vorjahreseinkommens.

Satz 6 derselben Vorschrift ist der Sprengsatz. Er bestimmt, dass jeder, der nach dem 31.12.2026 irgendeinen neuen zertifizierten Altersvorsorgevertrag abschließt, einheitlich für alle seine Verträge ins neue Recht fällt. Es genügt also ein neues Depot neben dem alten Vertrag — und der Bestandsschutz ist für beide weg.

Ein Nebeneinander von altem und neuem Förderrecht ist damit ausgeschlossen. Die Umstellung ist unwiderruflich, einen Rückweg gibt es nicht. Und bei Ehepaaren wirkt die Entscheidung des unmittelbar Berechtigten auch auf den mittelbar berechtigten Partner.

Ist das schlimm?

Nicht zwangsläufig — es kommt auf die Zahlen an. Das neue Recht ist bei kleinen Beiträgen und bei Familien mit Kindern deutlich großzügiger: 540 € statt 175 € Grundzulage, und die Kinderzulage ist bereits ab 300 € Eigenbeitrag voll ausgeschöpft. Wer dagegen hohe Beiträge zahlt und keine Kinder hat, kann im alten Recht besser stehen. Es ist also eine Rechenaufgabe, keine Grundsatzfrage — nur muss man sie vor dem Abschluss lösen, nicht danach.

Übertragen statt neu abschließen

Ein bestehender Vertrag lässt sich steuerfrei in ein Altersvorsorgedepot übertragen (§ 3 Nr. 55c EStG). Die Kosten dafür sind gedeckelt: Der abgebende Anbieter darf innerhalb von fünf Jahren nach Vertragsschluss höchstens 150 € berechnen, danach ist der Wechsel kostenfrei. Der aufnehmende Anbieter darf höchstens die Hälfte des übertragenen Kapitals in seine Abschlusskostenbasis einbeziehen.

Wie viele Verträge sind erlaubt?

Ab 2027 abgeschlossene Verträge werden nur bis zu zwei gefördert; ab dem dritten gelten die Beiträge nicht mehr als Altersvorsorgebeiträge (§ 82 Abs. 5 EStG). Vor 2027 abgeschlossene Verträge zählen dabei nicht mit, ebenso wenig Vereinbarungen der betrieblichen Altersversorgung und Darlehensverträge.

Rechtsstand: Altersvorsorgereformgesetz vom 26.05.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 156). Ein BMF-Anwendungsschreiben zum neuen Recht liegt noch nicht vor. Dies ist keine Steuerberatung — ob sich die Umstellung für dich rechnet, gehört durchgerechnet.

Die Frage ist nicht „gut oder schlecht", sondern: Bekommst du die Zulage, hast du Kinder, und wie bist du im Alter krankenversichert? Diese drei Antworten entscheiden fast alles.

Wer hier schreibt

Sascha Wiengarn hat in Unternehmen betriebliche Altersversorgung aufgebaut, überwiegend über Direktversicherungen und Pensionskassen, also genau die Wege, die in diesem Vergleich hinter der bAV stehen. Er kommt aus dem Investmentbanking und arbeitet als Wirtschaftsjurist mit dem Gesetzestext statt mit Faustregeln. Deshalb stehen auf dieser Seite Paragraphen, und deshalb steht auch dort etwas, wo die Rechtslage noch ungeklärt ist.

Das ist Erfahrung, keine Beratung: Diese Seite rechnet ein Modell und ersetzt keine individuelle Prüfung. Mehr über den Autor →

Die Methode

Und die betriebliche Altersvorsorge?

Die bAV ist der einzige Weg, bei dem ein Dritter mitzahlt. Genau das macht sie für viele Angestellte stark — und genau deshalb lohnt der Blick auf ihre Kosten, bevor man sich entscheidet.

bAV bAV erklärt: Stärken, Kosten, Break-even

Beispiel: Warum aus 150 € Verzicht plötzlich 388 € im Vertrag werden

Der häufigste Stolperstein an dieser Tabelle: Die betriebliche Altersvorsorge scheint aus dem Nichts das Zwei- bis Dreifache zu machen. Das ist kein Rechenfehler, sondern die Mechanik der Entgeltumwandlung — und sie ist der Grund, warum die bAV im Vergleich fast immer vorn steht.

Bei der Entgeltumwandlung verzichtest du auf einen Teil deines Bruttolohns. Dieser Teil wird vom Gehalt abgezogen, bevor Steuern und Sozialabgaben berechnet werden. Er senkt also nicht nur dein steuerpflichtiges, sondern auch dein sozialversicherungspflichtiges Brutto. Du sparst beides gleichzeitig. Sozialabgaben allerdings nur, soweit dein Gehalt unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt: bei der Kranken- und Pflegeversicherung 69.750 € im Jahr, bei Rente und Arbeitslosenversicherung 101.400 €.

Ohne Entgeltumwandlung Brutto 5.000 € – Steuer und Sozialabgaben Netto auf dem Konto Mit 300 € Entgeltumwandlung Brutto 5.000 € 300 € in die bAV Steuer/SV nur auf 4.700 € Netto — nur ~135 € weniger so wenig fehlt dir wirklich Die Rechnung dahinter 300 € Brutto umgewandelt · du sparst rund 34 % Steuer und 21 % Sozialabgaben = dir fehlen netto nur rund 135 € · der Arbeitgeber legt mindestens 15 % drauf Netto-Verzicht 135 € → 345 € landen im Vertrag
Modellhafte Darstellung bei rund 34 % Grenzsteuersatz und 21,15 % Arbeitnehmer-Sozialabgaben. Die genauen Werte hängen von Gehalt, Steuerklasse und Krankenkasse ab.

Genau das rechnet der Vergleich rückwärts: Er fragt nicht „wie viel zahlst du ein?", sondern „wie viel fehlt dir am Monatsende?" — und füllt dann jeden Weg so weit auf, bis dieselbe Lücke entsteht. Beim Altersvorsorgedepot zahlst du aus bereits versteuertem Geld, dort ist ein Euro Verzicht ein Euro Beitrag, dazu kommen die Zulage und je nach Einkommen eine Steuererstattung. Bei der Entgeltumwandlung ist ein Euro Verzicht bei mittlerem Gehalt gut zwei Euro Beitrag, plus Arbeitgeberzuschuss. Über der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung ist es weniger, weil dort keine Kranken- und Pflegebeiträge mehr wegfallen.

Was für die bAV spricht

  • Der doppelte Spareffekt. Steuer und Sozialabgaben entfallen auf den umgewandelten Betrag — bis 4.056 € im Jahr (4 % der Beitragsbemessungsgrenze). Das schafft kein anderer Weg. Bei einem Gehalt über 69.750 € fällt allerdings die Ersparnis bei Kranken- und Pflegeversicherung weg, über 101.400 € die ganze Ersparnis bei den Sozialabgaben.
  • Der Arbeitgeber zahlt mit — aus seiner eigenen Ersparnis. Wandelst du Gehalt um, sinkt auch sein Anteil an den Sozialabgaben. Seit 2022 muss er 15 % des umgewandelten Betrags dazulegen, aber nur, soweit er selbst Beiträge spart (§ 1a Abs. 1a BetrAVG). Liegt dein Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung, spart er weniger, und der Pflichtzuschuss sinkt. Der Rechner kürzt ihn dann entsprechend. Es ist also kein Geschenk, sondern durchgereichte Ersparnis — viele Tarifverträge sehen deutlich mehr vor, bei 50 % schlägt die bAV praktisch alles. Der Rechner nimmt standardmäßig 15 % an. Frag nach, was bei dir gilt: keine Zahl im Vergleich verändert das Ergebnis so stark.
  • Es läuft automatisch über die Gehaltsabrechnung, ohne dass du jeden Monat etwas überweisen musst.
  • Insolvenzschutz über den Pensions-Sicherungs-Verein bei den meisten Durchführungswegen.

Was sie kostet — und warum sie nicht automatisch gewinnt

  • Volle Kranken- und Pflegebeiträge im Alter. Auf die Betriebsrente zahlst du im Ruhestand rund 20 % Sozialbeiträge — auf ein Altersvorsorgedepot als Pflichtversicherter in der KVdR gar nichts. Das ist der größte Einzelposten und der Grund, warum die bAV in unserer Tabelle Steuer und KV/PV trägt.
  • Deine gesetzliche Rente sinkt. Weil das sozialversicherungspflichtige Brutto kleiner wird, erwirbst du weniger Rentenpunkte. Der Rechner zieht diesen Verlust bei der bAV ab: Entgeltpunkte aus dem umgewandelten Betrag, bewertet mit dem Rentenwert zum Rentenbeginn, abzüglich Kassenbeitrag und Steuer.
  • Beim Jobwechsel kommt es auf den Durchführungsweg an. Bei Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds — den mit Abstand häufigsten Wegen bei Entgeltumwandlung — hast du einen gesetzlichen Anspruch auf Übertragung des Übertragungswerts auf den neuen Arbeitgeber (§ 4 Abs. 3 BetrAVG), sofern die Zusage nach dem 31.12.2004 erteilt wurde und der Wert die Beitragsbemessungsgrenze nicht übersteigt. Eine Direktversicherung darfst du alternativ mit eigenen Beiträgen privat weiterführen (§ 1b Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 BetrAVG). Anders liegt es bei Direktzusage und Unterstützungskasse: Dort gibt es diesen Anspruch nicht, eine Übernahme ist nur einvernehmlich möglich (§ 4 Abs. 2 BetrAVG) — hier ist die Bindung ans Unternehmen real. Was in der Praxis oft passiert, ist trotzdem das Beitragsfreistellen: Der Vertrag bleibt liegen und läuft mit den alten Konditionen weiter, obwohl eine Übertragung möglich wäre.
  • Du wählst die Anlage nicht selbst. Der Arbeitgeber bestimmt Anbieter und Durchführungsweg. Häufig sind das Versicherungsprodukte mit spürbaren Kosten und Garantien, die Rendite kosten — deshalb rechnen wir hier mit 1,2 % Kosten statt 0,8 %.
  • Keine Kinderzulage. Wer Kinder hat, bekommt im Altersvorsorgedepot 300 € je Kind geschenkt, ohne einen Euro mehr einzuzahlen. Dagegen kommt ein 15-%-Arbeitgeberzuschuss nicht an.
  • Kein Zugriff vor 62, und ausgezahlt wird als lebenslange Rente oder Kapitalauszahlung nach Vertragsbedingungen — eine freie Teilentnahme wie die 30 % beim Altersvorsorgedepot gibt es nicht.

Ab welchem Arbeitgeberzuschuss lohnt sich die bAV?

Statt „beide Wege haben Vor- und Nachteile" beantwortet der Rechner, ab welchem Arbeitgeberzuschuss die betriebliche Altersvorsorge das Altersvorsorgedepot tatsächlich schlägt.

Der gesetzliche Zuschuss beträgt 15 % des umgewandelten Entgelts — allerdings nur, „soweit" der Arbeitgeber dadurch Sozialversicherungsbeiträge einspart, und er ist per Tarifvertrag abdingbar. Ob 15 % reichen, hängt vollständig von deiner Lage ab. Vier Fälle aus unserer Modellrechnung:

Ab welchem Zuschuss schlägt die bAV das Altersvorsorgedepot? Angestellter 60.000 €, keine Kinder, 150 €/Monat schon ohne Zuschuss Angestellter 60.000 €, zwei Kinder, 150 €/Monat ab 7 % Gutverdiener 90.000 €, keine Kinder, 150 €/Monat ab 14 % Gutverdiener 95.000 €, 600 €/Monat ab 151 % Familie 32.000 €, drei Kinder, 100 €/Monat ab 43 % Modellrechnung, 7 % p. a., 27 Jahre, pflichtversichert, 25 % Steuer im Alter, 0,4 % Kosten im Altersvorsorgedepot.

Das Muster dahinter ist erklärbar. Die Entgeltumwandlung ist stark, wenn dein Grenzsteuersatz hoch ist und der umgewandelte Betrag im sozialabgabenfreien Band bleibt — das endet bei 4 % der Beitragsbemessungsgrenze, also 4.056 € im Jahr. Darüber ist die Umwandlung zwar bis 8 % noch steuerfrei, aber voll beitragspflichtig. Genau deshalb kippt das Bild beim Gutverdiener, der viel umwandelt. Dazu kommt: Über 69.750 € Gehalt fällt die Ersparnis bei Kranken- und Pflegeversicherung weg, und der Pflichtzuschuss des Arbeitgebers sinkt mit. Deshalb braucht die bAV dort schon bei kleinen Beträgen einen Zuschuss über dem gesetzlichen Minimum.

Und sie verliert, sobald Kinderzulagen im Spiel sind. Die Kinderzulage beträgt 100 % der Beiträge bis 300 € je Kind — und zwar ohne dass du dafür einen Euro zusätzlich einzahlen musst. Drei Kinder bei 300 € Jahresbeitrag ergeben 1.050 € Zulage. Dagegen kommt kein üblicher Arbeitgeberzuschuss an.

„Kommt auf Ihre Situation an" ist keine Antwort. Eine Zahl ist eine.

Was steckt eigentlich in einer Direktversicherung?

Die Direktversicherung ist der häufigste Weg der Entgeltumwandlung. Dahinter steht eine Rentenversicherung, die dein Arbeitgeber für dich bei einem Versicherer abschließt. Den Anbieter und den Tarif wählt er aus, nicht du.

  • Klassisch oder fondsgebunden. Klassische Tarife verzinsen mit einem garantierten Rechnungszins, für Neuverträge derzeit höchstens 1 %, dazu kommen Überschüsse. Fondsgebundene Tarife legen in Fonds an, manche auch in ETFs, oft gemischt mit einem Sicherungsvermögen.
  • Meist mit Beitragsgarantie. Bei der üblichen Beitragszusage mit Mindestleistung haftet dein Arbeitgeber dafür, dass zum Rentenbeginn mindestens die eingezahlten Beiträge da sind. Deshalb sichern die Tarife einen Teil ab, und dieser Teil bringt wenig Rendite. Ganz ohne Garantie geht es nur im Sozialpartnermodell. Das setzte bisher einen Tarifvertrag voraus; seit Januar 2026 können sich auch nicht tarifgebundene Arbeitgeber einem bestehenden Modell anschließen, wenn die Tarifparteien zustimmen (§ 24 BetrAVG). Verbreitet ist es bislang kaum.
  • Fondswechsel ja, Anbieterwechsel nein. Bei fondsgebundenen Tarifen kannst du meist innerhalb der angebotenen Fondsauswahl wechseln, oft ohne Gebühr. Den Versicherer selbst wechseln kannst du nicht, solange du beim selben Arbeitgeber bist.
  • Rente oder Kapital. Viele Verträge erlauben statt der lebenslangen Rente eine Kapitalauszahlung. Auch sie ist voll steuerpflichtig, und Kranken- und Pflegebeiträge fallen trotzdem an, verteilt auf zehn Jahre.

Welcher Tarif hinter deinem Angebot steckt, steht in den Unterlagen deines Arbeitgebers. Die Kosten, mit denen der Rechner die bAV ansetzt, 1,2 % im Jahr, sind ein Mittelwert. Dein Vertrag kann günstiger oder teurer sein.

Also: bAV statt Altersvorsorgedepot?

In vielen Fällen ja — und wir schreiben das bewusst hin, auch wenn diese Seite vom Altersvorsorgedepot handelt. Wer angestellt ist, einen ordentlichen Arbeitgeberzuschuss bekommt, keine Kinder hat und im Alter voraussichtlich in der KVdR pflichtversichert ist, fährt mit der Entgeltumwandlung häufig besser.

Das Bild dreht sich, sobald einer dieser Punkte kippt:

  • Kinder. Zwei Kinder bringen 600 € Zulage im Jahr, ohne Mehreinzahlung. Das schlägt den üblichen 15-%-Zuschuss deutlich.
  • Kein oder geringer Arbeitgeberzuschuss. Ohne ihn verliert die bAV ihren stärksten Hebel — probier im Rechner „0 % — mein Arbeitgeber zahlt nichts dazu".
  • Freiwillig gesetzlich versichert im Alter. Dann sind beide beitragspflichtig, und der KV-Vorteil des Altersvorsorgedepots fällt weg.
  • Selbstständigkeit. Entgeltumwandlung setzt ein Angestelltenverhältnis voraus (§ 1a BetrAVG) — für Selbstständige steht sie gar nicht zur Wahl.
  • Häufige Jobwechsel. Das Altersvorsorgedepot gehört dir und wandert ohne Zutun mit. Eine Direktversicherung oder Pensionskasse lässt sich zwar übertragen oder privat fortführen — es ist aber jedes Mal ein aktiver Schritt, und wer ihn versäumt, sammelt beitragsfreie Restverträge ein.

Und der ehrlichste Hinweis zum Schluss: Es ist kein Entweder-oder. Die 1.800 € Eigenbeitrag ins Altersvorsorgedepot und die Entgeltumwandlung schließen sich nicht aus. Wer beides kann, nimmt in aller Regel zuerst den Arbeitgeberzuschuss mit, dann die Zulagen — und legt erst danach ins freie Depot.

Wie rechnet dieser Vergleich?

500 € Bruttoentgeltumwandlung kosten dich nicht dasselbe wie 500 € aus versteuertem Einkommen — wer beide Seiten mit demselben Betrag füttert, vergleicht Äpfel mit Birnen.

Ein naheliegender Vergleich stellt „500 € ins Depot" gegen „500 € in die betriebliche Altersvorsorge". Das klingt fair, ist es aber nicht. Die 500 € ins Privatdepot zahlst du aus deinem Netto. Die 500 € Entgeltumwandlung gehen vom Brutto ab — du sparst darauf Lohnsteuer und, bis zu einer bestimmten Grenze, auch Sozialabgaben. Dich kosten sie vielleicht 280 €. Der Vergleich ist also schon vor der ersten Rendite verzerrt.

Deshalb dreht dieser Rechner die Richtung um. Du gibst an, worauf du netto verzichten willst. Daraus wird für jeden Weg berechnet, wie viel tatsächlich investiert wird: beim Privatdepot eins zu eins, beim Altersvorsorgedepot zuzüglich der Zulagen und bei der optionalen Entgeltumwandlung als entsprechend höherer Bruttobetrag plus Arbeitgeberzuschuss.

Beispiel: 300 € Netto-Verzicht im Monat, 60.000 € Gehalt Privatdepot 3.600 € landen im Depot Altersvorsorgedepot 4.140 € (3.600 € + 540 € Grundzulage) Entgeltumwandlung 7.318 € (höherer Bruttobetrag + Zuschuss) Gleiche Belastung heute. Sehr unterschiedliche Beträge im Vertrag.

Wer nur auf den Betrag im Vertrag schaut, hat die Hälfte gesehen. Die andere Hälfte kommt am Ende — als Steuer und als Krankenkassenbeitrag.

Die Annahme

Mit welcher Rendite wird gerechnet?

Eine einzelne Renditezahl täuscht Genauigkeit vor, die es nicht gibt; der historische Modus zeigt deshalb eine Bandbreite statt eines Ergebnisses.

Eine einzelne Prozentzahl mit zwei Nachkommastellen im Ergebnis suggeriert Wissen, das niemand hat. Nicht die 7 % sind das Problem — das Komma ist es.

Wir bieten deshalb drei Modi an. Fünf Prozent als konservative Rechnung. Sieben Prozent, damit du uns mit anderen Rechnern vergleichen kannst. Und einen dritten, der etwas anderes tut: Er nimmt die tatsächlichen Jahresrenditen des MSCI World von 1975 bis 2024 und legt jeden möglichen Startzeitpunkt über deine Ansparzeit. Bei zwanzig Jahren Laufzeit ergibt das 31 verschiedene Verläufe — der beste beginnt 1980, der schlechteste 1989.

Warum nicht einfach ein Backtest? Weil ein einzelner Backtest genauso willkürlich ist wie die 7 %. Er hängt nur daran, welches Startjahr man wählt. Erst die Verteilung sagt etwas aus:

Alle rollierenden 20-Jahres-Zeiträume, 300 €/Monat ins Privatdepot Schlechtestes Ergebnis 100.232 € (Start 1989) schlechtes Viertel 134.446 € (25-%-Perzentil) Median 178.299 € gutes Viertel 220.431 € (75-%-Perzentil) Bestes Ergebnis 419.425 € Grundlage: MSCI World 1975–2024, 31 Zeitfenster. Keine Prognose künftiger Renditen.

Der Abstand zwischen dem schlechtesten und dem besten Zeitraum ist größer als jeder Unterschied zwischen den vier Produkten. Das ist eine unbequeme Erkenntnis, aber sie gehört an den Anfang jeder Vorsorgeentscheidung: Der Zeitpunkt, zu dem du geboren wurdest, wirkt stärker als das Gefäß, das du wählst.

Nicht der Erwartungswert ist die Information. Die Streuung ist es.

Der Hebel

Welche Rolle spielt die Krankenversicherung im Alter?

Ob du im Ruhestand pflichtversichert, freiwillig gesetzlich oder privat versichert bist, verändert das Ergebnis stärker als die Wahl zwischen den Produkten.

Das ist der Parameter, den fast kein Vergleichsrechner kennt — und er ist der folgenreichste. Drei Fälle:

Pflichtversichert in der Krankenversicherung der Rentner. Hier zählt § 237 SGB V die beitragspflichtigen Einnahmen abschließend auf: gesetzliche Rente, Versorgungsbezüge, Arbeitseinkommen. Private Altersvorsorge steht nicht darin. Auszahlungen aus dem Altersvorsorgedepot sind damit beitragsfrei — für gefördertes Vermögen nimmt § 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 SGB V das sogar ausdrücklich aus. Die Betriebsrente dagegen ist ein Versorgungsbezug und voll beitragspflichtig, den Beitrag trägt der Rentner allein.

Freiwillig gesetzlich versichert. Hier greift § 240 SGB V mit der „gesamten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit". Praktisch alles ist beitragspflichtig — ohne Freibetrag und ohne Freigrenze. Der große Vorteil des Altersvorsorgedepots entfällt in diesem Fall weitgehend. Für Selbstständige ist das besonders relevant, weil viele von ihnen im Alter genau hier landen.

Privat versichert. Die Prämie ist einkommensunabhängig kalkuliert; die Auszahlungsform spielt beitragsrechtlich keine Rolle.

Eine Feinheit, die selten jemand erwähnt:
  • Auf Betriebsrenten gibt es einen Freibetrag von 197,75 € im Monat (Wert 2026) — aber nur in der Krankenversicherung.
  • § 57 SGB XI verweist für die Pflegeversicherung ausdrücklich nur auf § 226 Absatz 2 Satz 1. Satz 2, der den Freibetrag regelt, fehlt in diesem Verweis.
  • Ergebnis: Die Krankenversicherung rechnet nach Abzug des Freibetrags, die Pflegeversicherung vom vollen Betrag.

Die Grenzen

Was dieser Rechner nicht kann

Er rechnet ein Modell, keine Zukunft — und einige Punkte sind rechtlich noch gar nicht abschließend geklärt.

Wir legen die Schwächen offen, statt sie zu verstecken:

Bewusst vereinfacht oder offen:
  • Der Steuersatz im Alter ist deine Annahme, keine Berechnung. Niemand kennt seinen Grenzsteuersatz in dreißig Jahren.
  • Die Kosten des Altersvorsorgedepots kennt heute niemand. Das Produkt startet erst am 1.1.2027, kein Anbieter hat Preise veröffentlicht. Wir rechnen voreingestellt mit 0,4 % Effektivkosten — plausibel für ein ETF-Depot mit kleiner Verwaltungsgebühr, aber geraten. Der gesetzliche Deckel von 1,0 % gilt nur für das Standarddepot nach § 1 Abs. 1c AltZertG; frei gestaltete Depots dürfen teurer sein. Schieb den Kostenschalter, bevor du dem Ergebnis glaubst — über dreißig Jahre kostet ein zusätzlicher Prozentpunkt grob 15 bis 20 % des Endkapitals.
  • Die Beitragssätze werden fortgeschrieben. Wir rechnen mit den Werten für 2026; sie ändern sich jährlich.
  • Ein BMF-Anwendungsschreiben zum neuen Recht gibt es noch nicht. Wie der ungeförderte Anteil bei einem Depot-Auszahlplan genau besteuert wird, ist nicht abschließend geklärt.
  • Der Rentenfreibetrag bleibt außen vor: Der Rechner versteuert die Auszahlungen mit dem eingestellten Satz. Beim Verlust an gesetzlicher Rente durch die Entgeltumwandlung, den er bei der bAV abzieht, rechnet er mit dem Rentenwert von heute, fortgeschrieben mit 2 % im Jahr.
  • Kirchensteuer, Ehegattensplitting und bestehende Verträge bleiben außen vor.
  • Historische Renditen sind keine Prognose. Der Korridor zeigt, was passiert wäre — nicht, was passieren wird.

FAQ

Häufige Fragen zum Altersvorsorgedepot

Ist das Altersvorsorgedepot steuerlich absetzbar?

Ja. Absetzbar sind der Eigenbeitrag bis 1.800 € im Jahr plus die Zulagen. Das Finanzamt vergleicht automatisch, ob die Steuerersparnis aus diesem Abzug höher ist als die Zulagen, und erstattet die Differenz. Ohne Kinder lohnt sich das bei vollen 1.800 € Eigenbeitrag ab rund 23 % Grenzsteuersatz, bei 42 % liegt die Förderung dann bei 983 € statt 540 €. Über 1.800 € gibt es weder Zulage noch Abzug.

Wer ist beim Altersvorsorgedepot nicht förderberechtigt?

Nicht förderberechtigt sind freiwillig Rentenversicherte ohne zusätzliche Pflichtversicherung, Minijobber mit Befreiung von der Rentenversicherung, Altersvollrentner sowie Beamte und angestellte Versorgungswerk-Mitglieder ohne Einwilligung zur Datenübermittlung. Nach dem Wortlaut des Gesetzes gehört auch der beherrschende GmbH-Geschäftsführer dazu, der nur Arbeitslohn bezieht. Wer mit einer förderberechtigten Person verheiratet ist, kann mittelbar teilnehmen, mit höchstens 175 € Grundzulage.

Kann ein GmbH-Geschäftsführer das Altersvorsorgedepot nutzen?

Das hängt an seiner Versicherung und an seinen Einkünften. Ein Geschäftsführer, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, ist förderberechtigt. Der beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer ist dagegen sozialversicherungsfrei und bezieht Arbeitslohn; nach dem Wortlaut des Gesetzes ist er nicht unmittelbar förderberechtigt, das ist unsere Auslegung, ein Anwendungsschreiben des Finanzministeriums gibt es noch nicht. Die Tür öffnet sich trotzdem, wenn er zusätzlich Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder freiberuflicher Arbeit hat oder Pflichtmitglied eines Versorgungswerks ist. Sonst bleibt nur die mittelbare Berechtigung über einen förderberechtigten Ehegatten.

Muss ich für die Kinderzulage zusätzlich einzahlen?

Nein. Das ist der häufigste Irrtum. § 85 Abs. 1 EStG in der ab 2027 geltenden Fassung gewährt „für jedes Kind […] 100 Prozent der im Beitragsjahr bis zu einer Höhe von 1 800 Euro geleisteten Altersvorsorgebeiträge", höchstens 300 € je Kind. Bemessungsgrundlage sind dieselben Beiträge, die auch die Grundzulage auslösen. Ein separater Kinder-Eigenbeitrag existiert nicht.

Warum ist das Ergebnis beim Altersvorsorgedepot manchmal schlechter als beim Privatdepot?

Weil die Auszahlung voll nachgelagert mit dem persönlichen Steuersatz belastet wird, während im Privatdepot nur der Gewinnanteil der Abgeltungsteuer unterliegt — nach 30 % Teilfreistellung. Wenn deine Zulagen gering sind und du einen hohen Steuersatz im Alter erwartest, kann das Privatdepot vorn liegen. Rechne beide Fälle durch, statt es zu glauben.

Welchen Steuersatz im Alter soll ich ansetzen?

Als Faustregel liegt er unter dem heutigen, weil im Ruhestand meist weniger Einkommen zusammenkommt. Wer allerdings gesetzliche Rente, Betriebsrente, Mieteinnahmen und Kapitalerträge kombiniert, landet schnell wieder im Progressionsbereich. Rechne im Zweifel beide Ränder und schau, ob sich die Rangfolge ändert.

Gilt der Kostendeckel von 1 % für jedes Altersvorsorgedepot?

Nein. Die Grenze gilt nur für das Standarddepot nach § 1 Abs. 1c AltZertG, nicht für gewöhnliche Altersvorsorgedepots, nicht für Garantieprodukte und nicht für Altverträge. Gemeint ist außerdem die Renditeminderung pro Jahr, nicht 1 % des Kapitals. Jeder Anbieter muss aber mindestens ein solches Standarddepot anbieten.

Ich habe einen Riester-Vertrag. Kann ich einfach zusätzlich ein Depot eröffnen?

Technisch ja, aber mit einer Nebenwirkung. Bestandsverträge behalten das alte Förderrecht — schließt du jedoch nach dem 31.12.2026 irgendeinen neuen zertifizierten Vertrag ab, gilt das neue Recht einheitlich für alle deine Verträge (§ 52 Abs. 50a EStG). Der Schritt ist unwiderruflich und wirkt bei Ehegatten auch auf den mittelbar Berechtigten.

Warum fragt der Rechner nach meiner Krankenversicherung im Alter?

Weil dieser Punkt das Ergebnis oft stärker verschiebt als die Produktwahl. Bei Pflichtversicherten in der KVdR ist private Altersvorsorge beitragsfrei, bei freiwillig Versicherten ist praktisch alles beitragspflichtig — ohne Freibetrag. Wer diesen Schalter weglässt, rechnet an der Wirklichkeit vorbei.

Kann ich vor 65 an das Geld?

Nur um den Preis der Förderung. Die Auszahlphase beginnt frühestens mit 65 und muss spätestens mit 70 begonnen haben. Jede andere vorzeitige Entnahme gilt als schädliche Verwendung; Zulagen und Steuervorteile sind dann zurückzuzahlen. Förderunschädlich sind die Verwendung für selbstgenutztes Wohneigentum, eine einmalige Teilauszahlung von bis zu 30 % des Kapitals zu Beginn der Auszahlphase und die Kleinbetragsrente.

Wie viel Zulage gibt es maximal?

Die Grundzulage beträgt höchstens 540 € im Jahr (50 % auf die ersten 360 €, 25 % auf den Beitragsteil bis 1.800 €). Dazu kommen 300 € je Kind und einmalig 200 € Berufseinsteigerbonus, wenn zu Beginn des Beitragsjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet war. Bei zwei Kindern und vollem Eigenbeitrag sind das 1.140 € Zulage auf 1.800 € eigenes Geld.

Wie viel darf ich insgesamt einzahlen?

Bis 6.840 € im Jahr (§ 1 Abs. 1 Nr. 5 AltZertG n.F.). Zulagen und Erträge zählen nicht gegen diese Grenze. Gefördert werden aber nur die ersten 1.800 € Eigenbeitrag; der Rest ist ungeförderter Beitrag, der später milder besteuert wird.

Zahle ich in der Ansparphase Steuern?

Nein. Es fällt keine Vorabpauschale an, Ausschüttungen bleiben unbesteuert, und auch das Umschichten innerhalb des Depots löst nichts aus (§ 16 Abs. 2 Satz 1 InvStG). Besteuert wird erst die Auszahlung — der geförderte Teil voll mit dem persönlichen Satz, der ungeförderte Teil milder. Abgeltungsteuer gibt es hier nicht.

Muss ich auf die Auszahlung Krankenkassenbeiträge zahlen?

Das hängt am Versichertenstatus. Pflichtversicherte in der KVdR zahlen nichts — § 237 SGB V zählt die beitragspflichtigen Einnahmen abschließend auf, und gefördertes Altersvorsorgevermögen ist zusätzlich ausdrücklich ausgenommen (§ 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Halbsatz 2 SGB V). Freiwillig GKV-Versicherte zahlen dagegen voll, ohne Freibetrag und ohne Freigrenze (§ 240 SGB V). Privat Versicherte sind nicht betroffen.

Kann ich mein Kind oder meinen Partner als Erben einsetzen?

Förderunschädlich nur den Ehegatten — und auch ihn nur, wenn das Kapital auf einen auf seinen Namen lautenden Altersvorsorgevertrag übertragen wird. Eine Barauszahlung ist nicht privilegiert. Bei allen anderen Erben liegt eine schädliche Verwendung vor: Zulagen und Steuervorteile sind zurückzuzahlen. Eine laufende Leibrente endet mit dem Tod, sofern keine Rentengarantiezeit von 10 oder 20 Jahren vereinbart wurde.

Dieser Rechner ist eine Modellrechnung und keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Grundlage ist das Altersvorsorgereformgesetz vom 26.05.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 156); die Förderregeln gelten ab dem 01.01.2027, einzelne Teile erst ab 2028. Sozialversicherungs- und Steuerwerte nach dem Stand 2026; sie ändern sich jährlich. Ein BMF-Anwendungsschreiben zum neuen Recht liegt noch nicht vor, einzelne Detailfragen sind ungeklärt. Historische Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Ergebnisse hängen vollständig von den eingegebenen Annahmen ab und ersetzen keine individuelle Beratung.

Das Altersvorsorgedepot ab 2027

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Förderung, Grenzen und die Frage, welcher Euro in welches Gefäß gehört.

Die Auszahlungsphase des Altersvorsorgedepots: drei Wege, und was am Ende bleibt
Zu Beginn der Auszahlungsphase entscheidest du dich zwischen lebenslanger Leibrente und Auszahlplan bis mindestens 85; zusätzlich kannst du einmalig bis zu 30 % des Kapitals sofort entnehmen. Diese Wahl triffst du einmal — und sie ist nicht mehr korrigierbar.
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Altersvorsorgedepot für Selbstständige und Freiberufler: die zwei übersehenen Türen
Selbstständige und Freiberufler sind ab dem Beitragsjahr 2027 unmittelbar förderberechtigt, wenn sie das 67. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, Einkünfte nach § 15 oder § 18 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 EStG erzielen und für dieses Jahr eine Steuererklärung abgeben.
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Altersvorsorgedepot und Kinder: die Kinderzulage richtig verstehen
Nein — es gibt keinen separaten Kinder-Eigenbeitrag. Dieselben Beiträge, die deine Grundzulage auslösen, lösen für jedes Kind zusätzlich die Kinderzulage aus.
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Der Vergleich der Wege

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Dieselbe Netto-Belastung, verschiedene Systeme — nach Steuer, Sozialabgaben und Kosten.

Altersvorsorgedepot oder Immobilie? Zulage gegen Steuerfreiheit
Bei gleichem Einsatz bringt das Altersvorsorgedepot die höhere Rente bis 85 und die Wohnung die bessere lebenslange, denn wer aus beiden gleich viel entnimmt, hat mit 85 im Depot sogar etwas mehr übrig, wer dagegen eine Rente bis zum Lebensende absichern will, bekommt aus der Wohnung deutlich mehr als aus einer Leibrente.
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Altersvorsorgedepot oder FIRE-Depot? Drei Szenarien für den frühen Ausstieg
Zwischen Ausstieg und voller Versorgung liegen zwei Stufen: Ab 65 darf das Altersvorsorgedepot auszahlen, ab 67 kommt die gesetzliche Rente dazu. Davor trägt das freie Depot alles allein.
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Altersvorsorgedepot, freies Depot oder beides? Drei Wege, durchgerechnet
6.000 € Sparrate im Jahr, dreißig Jahre lang, 5 % Rendite, zwei Kinder, 25 % Steuersatz im Ruhestand — und beide Depots werden bis zum 85. Lebensjahr betrachtet.
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Altersvorsorgedepot oder Aktien in der Holding? Zulage gegen Freiheit
Das ganze Konstrukt lohnt nur für unmittelbar Förderberechtigte — und der klassische beherrschende GmbH-Geschäftsführer gehört oft nicht dazu.
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Altersvorsorgedepot oder betriebliche Altersvorsorge? Der Vergleich, den fast alle falsch rechnen
Vergleiche nie gleiche Beiträge, sondern gleichen Netto-Verzicht — sonst vergleichst du zwei unterschiedlich große Einzahlungen und nennst das Ergebnis „Rendite".
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Altersvorsorgedepot oder normales ETF-Depot? Zulage gegen Zugriff
Das Altersvorsorgedepot kauft dir Zulage und eine steuerfreie Ansparphase — bezahlt wird mit Zugriff, freier Vererbbarkeit und voller nachgelagerter Besteuerung im Alter.
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