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Cluster · Wertpapiere

Steuern auf Kapitalerträge

Die Bank zieht sie automatisch ab – aber wer die vier Hebel kennt, verschenkt jedes Jahr weniger und versteht, wofür da was abgebucht wird.

Kapitalerträge werden in Deutschland pauschal besteuert, und die Depotbank erledigt das meist von allein. Das verleitet dazu, das Thema zu ignorieren – und Freibeträge zu verschenken. Hier die Mechanik, mit aktuellen Werten.

Mechanik 01Wie werden Kapitalerträge besteuert?

Mit der Abgeltungsteuer: pauschal 25 %, zuzüglich Solidaritätszuschlag – zusammen rund 26,4 %, mit Kirchensteuer bis knapp 28 %.

Betroffen sind Zinsen, Dividenden, Ausschüttungen und Veräußerungsgewinne. Bei deutschen Brokern wird die Steuer automatisch einbehalten und abgeführt; bei ausländischen musst du die Erträge selbst in der Anlage KAP erklären.

Mechanik 02Was ist der Sparer-Pauschbetrag – und wie nutze ich ihn?

Die ersten 1.000 € Kapitalerträge pro Jahr bleiben steuerfrei (2.000 € bei zusammen veranlagten Paaren) – aber nur, wenn du einen Freistellungsauftrag erteilst.

Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank auch auf diese ersten Euro Steuer ab. Du holst sie dir später über die Steuererklärung zurück – einfacher ist, den Auftrag von vornherein zu setzen und bei mehreren Banken sinnvoll aufzuteilen.

Der Sparer-Pauschbetrag ist kein Antrag ans Finanzamt, sondern ein Häkchen bei der Bank – wer es vergisst, verschenkt Geld.

Mechanik 03Was ist die Teilfreistellung bei Aktien-ETF?

Bei Aktien-ETF (mindestens 51 % Aktienquote) bleiben 30 % der Erträge steuerfrei – die effektive Belastung sinkt damit auf rund 18,5 %.

Die Teilfreistellung gleicht aus, dass der Fonds auf seiner Ebene bereits Steuern trägt. Deine Bank wendet sie automatisch an, bevor Freibetrag und Verlustverrechnung greifen.

Mechanik 04Was ist die Vorabpauschale – und warum zahlt man ohne Verkauf?

Kurz erklärt

Bei thesaurierenden Fonds versteuert der Staat vorab einen kleinen, fiktiven Mindestertrag – die Vorabpauschale –, damit nicht alles bis zum Verkauf steuerfrei wächst.

Wie wird sie berechnet?

Fondswert am Jahresanfang × 70 % × Basiszins (für 2026: 3,2 %), gedeckelt auf die tatsächliche Wertsteigerung des Jahres. Sie fällt nur in Gewinnjahren an.

Doppelte Steuer?

Nein. Die bereits gezahlte Vorabpauschale wird beim späteren Verkauf vom Gewinn abgezogen.

Mechanik 05Wie kann man legal optimieren?

Die legalen Hebel:
  • Freistellungsauftrag ausnutzen und auf Banken verteilen
  • Verlustverrechnungstöpfe nutzen – Verluste mindern steuerpflichtige Gewinne
  • Günstigerprüfung bei niedrigem Einkommen (persönlicher Satz unter 25 %)
  • langfristig halten – Thesaurierung stundet Steuer und lässt mehr Kapital arbeiten
Weiterführend · Säule UnternehmervermögenWertpapiere in der vermögensverwaltenden GmbH

Wann sich für größere Depots die GmbH-Hülle gegenüber der privaten Abgeltungsteuer rechnet.

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FAQHäufige Fragen

Muss ich eine Steuererklärung machen?

Bei deutschen Brokern meist nicht zwingend, weil die Steuer automatisch abgeführt wird. Sinnvoll ist sie trotzdem oft – etwa um Verluste verschiedener Banken zu verrechnen, vergessene Freibeträge zu holen oder die Günstigerprüfung zu nutzen.

Spare ich Steuern mit einem ausschüttenden oder thesaurierenden ETF?

Langfristig nehmen sich beide wenig: Beim Thesaurierer greift die Vorabpauschale, beim Ausschütter werden die Ausschüttungen besteuert und auf die Pauschale angerechnet. Der Thesaurierer stundet tendenziell mehr Steuer, der Ausschütter füllt leichter den Freibetrag.

Diese Seite dient ausschließlich der allgemeinen Information und ist keine Steuerberatung. Steuersätze, Freibeträge und der Basiszins der Vorabpauschale ändern sich; genannte Werte sind der aktuelle Stand (Basiszins 3,2 % für 2026). Für deine individuelle Situation wende dich an einen Steuerberater.

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