Im Privatdepot ist die Diskussion schnell emotional: ausschüttend für Cashflow, thesaurierend für Zinseszins. In der GmbH wird die Frage nüchterner. Die Steuer ist nicht weg, aber sie ist bei Aktienfonds auf laufender Ebene oft weniger dominant als privat.
Warum ist thesaurierend privat oft naheliegend?
Weil Ausschüttungen im Privatvermögen sofort steuerpflichtig werden. Thesaurierende ETFs verschieben einen Teil der Besteuerung in die Zukunft, auch wenn die Vorabpauschale bleibt.
Privat geht es häufig darum, unnötige laufende Steuerabflüsse zu vermeiden. Weniger Abfluss heute bedeutet mehr Kapital im Markt.
Was ändert sich in der GmbH?
Bei Aktienfonds in der GmbH sind regelmäßig 80 % der Investmenterträge steuerfrei. Dadurch ist der Unterschied zwischen Ausschüttung und Thesaurierung auf der ersten Ebene kleiner als im Privatdepot.
80 % Teilfreistellung = 2.000 € steuerpflichtig
2.000 € × 30 % = 600 € Steuer
9.400 € bleiben in der GmbH
Nicht §8b. Investmentsteuergesetz. Für Mischfonds, Rentenfonds und andere Fondstypen gelten andere Regeln.
Was passiert bei thesaurierenden ETFs und Vorabpauschale?
Auch die Vorabpauschale ist ein Investmentertrag. Bei Aktienfonds gelten die Teilfreistellungsregeln auch hier.
80 % Teilfreistellung = 400 € steuerpflichtig
400 € × 30 % = 120 € Steuer
Die tatsächliche Vorabpauschale hängt unter anderem vom Basiszins, Fondswert und Wertentwicklung ab. Der BMF-Basiszins für 2026 beträgt 3,20 %.
Privat häufig plausibel. In der GmbH weniger eindeutig. Dort können Ausschüttungen bei Aktienfonds relativ effizient im System bleiben, solange sie nicht privat entnommen werden.
Wie sollte man in der GmbH entscheiden?
Nicht nur nach Steuer. Entscheidend sind Reinvestitionsprozess, Cash-Bedarf, Buchhaltung, Produktqualität und Anlagekonzept.
| ETF-Typ | Kann passen, wenn |
|---|---|
| Ausschüttend | laufende Liquidität in der GmbH gebraucht oder bewusst reinvestiert wird |
| Thesaurierend | maximal einfache Langfrist-Allokation ohne laufende Cashflows gewünscht ist |
| Dividenden-ETF | Ausschüttungen Teil der Strategie sind |
| Welt-ETF | breite Marktrendite wichtiger als Ausschüttungshöhe ist |
Was ist die kurze Antwort?
In der GmbH ist „ausschüttend oder thesaurierend“ weniger eine Steuerfrage als eine Frage des Kapitalmanagements.
Das ist der Unterschied zum Privatdepot. Dort ist die laufende Ausschüttungssteuer oft der entscheidende Gegner. In der GmbH kann die größere Frage sein: Was soll mit dem Cash passieren?
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Diese Inhalte ersetzen keine Steuer-, Rechts-, Anlage- oder Finanzierungsberatung. Alle Rechenbeispiele sind vereinfachte Modellrechnungen. Ob eine Struktur im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von Steuersatz, Gewerbesteuer-Hebesatz, Quellensteuer, Fondsart, Beteiligungshöhe, Entnahmeplanung, Kosten und persönlicher Situation ab. Stand 2025.